Bunte Karierte Republik Deutschland

Augen auf und durch

Entglietscht Berlin

Erstellt von schneemann am Donnerstag 9. April 2009

Da war mal ein kleiner Dieter, der weit hinten in den Wäldern der Provinz Polizist lernte, dann an einer kleinen Karriere bastelte und schließlich sogar im großen Berlin Polizeipräsident wurde. Man munkelte zwar etwas von Parteibuch und so - aber daß ist ja überall so: Ohne Parteibuch kein Posten. Das hatten wir in der DDR auch schon.

Jetzt aber hatt DIETER DER GROSSE endlich das Sagen in Deutschlands Hauptstadt.

So sagte er zum Beispiel in einem taz-Interview, daß Porsche-Fahrer ihr Geschoß “möglichst nicht in Kreuzberg parken” sollen.

So sagte er zum Beispiel -als er am Rande der üblichen Mai-Randale angegriffen wurde- er sei “nicht geflüchtet”, sonder er habe sich lediglich “in einem zufällig herumstehenden Mannschaftswagen beschleunigt zurückgezogen“.

Er sagte -als er nachts in die U-Bahn einstieg, um zu demonstrieren wie sicher sie sei- daß er sich eben auch sicher fühle.
Die ihn -neben Journalisten- begleitende Leibgarde diente natürlich “nicht seinem persönlichen Schutz”, sondern der “Aufklärung eventueller Straftaten”.

Er sagte, daß die “BVG selbst Schuld trage” an den Angriffen auf Busfahrer. Warum erlauben diese denn auch nur das Einsteigen durch die vordere Tür.

Er sagte, er erlaube nicht, daß Polizeibeamte bestimmte Kleidungsstücke tragen. Auch das hatten wir schon in den 50ern und 60ern in der DDR, als das Herunterreißen von “Nietenhosen” und “falsch ausgerichteten” Antennen durch sogenannte FDJ-Kontrollposten als Handlanger der lokalen SED-Bonzen gang und gäbe waren.

Ich vermute -aber unterstelle nicht- Glietsch wäre ein ganz hervorragender DDR-Polizist gewesen; Genosse ist er ja ohnehin. Deutsche sind so.

DIETER DER GROSSE SAGER findet immer wieder Erklärungen, warum fast täglich Autos brennen, warum immer wieder massive Gewalt gegen Sachen auftritt, Bewohner belästigt werden, warum gedealt wird, warum Raub, Vandalismus, Messerstecherei und andere Gewalt zum Berliner Alltag gehören. Trotzdem bestreitet er einen Anstieg der Kriminalität. Das “sehe nur so aus, weil sich das Meldeverhalten geändert habe” …

Haben Sie den Link gelesen? Hier nochmals ein Höhepunkt seiner Erkenntnis:

“Die Gewalt im Jugendalter hat stark zugenommen, während die Jugendkriminalität insgesamt seit Jahren rückläufig ist - entsprechend der Abnahme junger Menschen an der Gesamtbevölkerung.”

Mein Wunsch: Herr Glietsch, Sie Rechenkünstler, bitte “ziehen Sie sich beschleunigt zurück”!

Hinter Ihre vertrauten sieben hessischen Berge und überlassen Sie das Führen einer Großstadt-Polizei jemanden, der etwas davon versteht. Sie sind überfordert.

Bemerkung am Rande:

Der Herr Polizeipräsident geniert sich offensichtlich eine Polizeiuniform zu tragen. Er zeigt sich vor einer TV-Kamera, auch wenn es nur der Berliner Abendschauder ist, wie ein Schrebergärtner beim Kompostieren: Im nachlässigen Aufzug.
Wie wäre es, mit einem Dresscode für Polizeipräsidenten?

Anmerkung:
Gerüchteweise sollen Polizisten bestimmte Anweisungen Glietsch’s so kommentieren: DDWDS (Der Dieter will das so).

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