Bunte Karierte Republik Deutschland

Augen auf und durch

Archiv für die 'DDR 2.0' Kategorie


Neue Spitzel braucht das Land

Erstellt von schneemann am 3. Mai 2009

blockwart gesuchtIn der Bunten Republik Deutschland-DDR 2.0 greift eine zwar alte, aber immer wieder gern verwendete, Praktik um sich: Die Bespitzelung der Bevölkerung durch die Bevölkerung.
Schon zu Kaisers Zeiten unabkömmlich, im Dritten Reich u.a. durch den Blockwart institutionalisiert , in der DDR 1.0 zu Schild und Schwert des Klassenkampfes heroisiert, in der Bundesrepublik über dilettantische Versuche nie hinaus gelangt, flattern unsereins die Ohren, wenn man so die Presse/Onlinemedien verfolgt:

Erster Fall: Da verlangte die  Berliner städtische Wohnungsbaugesellschaft gehag von ihren Block … Verzeihung, Hauswarten, herauszufinden, in welchen Wohnungen gefährliche Hunde gehalten werden und belästigt ihre Mieter mit einem Brief, in dem es heißt “… Wir geben ihnen zur Kenntnis, dass unsere Hauswarte, -meister und -betreuer gehalten sind, uns jeden Mieter namentlich zu melden, der die vor genannten Hunderassen in seiner Wohnung hält.Quelle

Zweiter Fall: Die WBL Fonds Wohnungsbaugesellschaft Lichtenberg bittet “… alle Mieter, ohne Rücksicht auf nachbarschaftliche Beziehungen uns bei der Umsetzung der Berliner Hundeverordnung zu unterstützen und von der Anzeigepflicht Gebrauch zu machen.” Quelle

Dritter Fall: Da will der Berliner Mieterverein 100.000 Spitzel anwerben. Diese sollen gezielt angeschrieben werden und dem Mieterverein Gründe für den eventuellen Leerstand ihrer Nachbarwohnungen melden. Ob beim Lauschen  an der Tür der Nachbarwohnung auch der dort gerade gehörte Feind … sorry, Rundfunksender gleich mit gemeldet werden soll, ist nicht bekannt. Quelle

Vierter Fall: Im fränkischen Rehau erhält 20 Euro Belohnung derjenige Spitzel, der Hundehalter anzeigt, die die Hinterlassenschaft ihrer Raubtiere nicht entfernen.
Berlins Politikerkaste ist sich uneinig, ob das Modell auch für Berlin sinnvoll ist. Quelle

Fünfter Fall: In Bayern wird erwogen, Achtgroschenjungen … Verzeihung, “jugendliche Testkäufer” in entsprechende Läden zu schicken, um Verkäufer von Killerspielen in die Pfanne zu hauen. Ich nehme einmal an, daß diese “Testkäufer” mehr als acht Groschen Salär erhalten. Quelle

Sechster Fall: In Niedersachsen wurden ebenfalls “jugendliche Testkäufer” losgeschickt, um Verkaufsstellen auf Alkoholausgabe an Jugendliche zu testen.
Ob sie den erworbenen Alkohol selbst tranken (unter gutmenschlicher Aufsicht), oder aber an ihren Führungsoffizier … Verzeihung, Ordnungsamt-Mitarbeiter abliefern mußten, ist nicht bekannt.

Siebter Fall: kommt sicher bald

Schild und Schwert der Partei

Deutschland entwickelt sich so, wie das die Staatssicherheit 1989 perfekt geplant hatte … planmäßig eben.

DDR 2.0. Venceremos!!!

Ach so, wie sagte Hoffmann von Fallersleben?:
” Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.”

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BRDDR, oder was?

Erstellt von schneemann am 29. April 2009

flagge-brddrWer die DDR bewußt vom ersten bis zum letzten Tag ihrer Existenz erlebt hat, konstatiert, daß die sie der heutigen Bundesrepublik erschreckend ähnlich war. Schlimmer noch: Die Bundesrepublik wird der DDR zunehmend ähnlicher; DDR reloaded sozusagen.

Damit meine ich beispielsweise die Gleichschaltung der Medien, das verordnete Verharmlosen von Problemen, das befohlene Leugnen unangenehmer Tatsachen , das Aus-dem-Kaffeesatz-Lesen, der Dresscode-Unsinn, das Erfinden von Positivmeldungen, das Umdeuten von Niederlagen in Erfolge, Sprachterror-Befehle, die verschämt mit political correctness umschrieben werden u.a. .

Ja, es ist nicht zu glauben: Auch das (in der Bundesrepublik partielle) Nicht-Singen-Dürfen der Nationalhymnen ist deckungsgleich.

Vor allem das Demokratie-Geschwafel der Regierenden damals und heute ähnelt sich doch sehr. Sicher, heute kann ich frei wählen - aber ist freie Wahl alles an Demokratie? Wenn es ernst wird, hat das Volk auch hier und heute gefälligst seinen Mund zu halten. Oder kann ich mich nur nicht mehr erinnern an Volksbefragungen zum Thema Euro-Einführung, EU-Verfassung, EU-Beitritt?
Gut erinnern kann ich mich dagegen an die Worte des Berliner Regierenden Partymeisters, für den Ergebnisse einer Volksbefragung von vornherein nicht relevant sind.

Wer nach der Wende gehofft hatte, in einer echten Demokratie leben zu können, findet vor:
Eine Diktatur selbstgefälliger Politbonzen, die sich selbst als Parteiführung bezeichnen und verstehen.
Einen unerträglichen Klüngel lokaler Polit-Paten die an ihrem Filz und Mief fast ersticken.
Polit-Clowns, die auf Parties im Takte wackeln, anstatt hinter ihrem Schreibtisch zu sitzen.
Man sieht Funktionsträger, die außer dem Parteibuch keinerlei Kompetenz für ihr Amt besitzen.
Man sieht eine Armada von Staatsdienern, Hofschranzen, Befehlsempfängern und willfährigen journalistischen Steigbügelhaltern, die samt und sonders im vorauseilenden Gehorsam alles tun, damit ihre generösen Brötchengeber weiter mit Ignoranz und Arroganz gegen den Willen des Volkes regieren können.

Sogar in der DDR wurden grundlegende Gesetze, wie etwa die Verfassung, dasFamiliengesetz und das neue Zivilgesetzbuch in der Presse veröffentlicht -und soweit möglich und zugelassen- von allen Bürgern diskutiert.

Sicher, es gibt keine Toten an den heutigen Grenzen und auch kein Stasi-Gefängnis a lá Hohenschönhausen, es gibt freie Wahlen und jeder darf Schilder in die Luft halten.
Aber schon bei Repressalien gegen “Abweichler” innerhalb politischer Parteien und dem Zeigen der israelischen Staatsflagge gibt es nur noch marginale Unterschiede zwischen DDR und Bundesrepublik.

Man hätte im Zuge der Wende vieles anders und manches besser machen können, aber man wollte nicht.
Was nach dem Beitritt der Neuen Länder zu den Gebrauchten Ländern als Witz kursierte -die Vereinigung sei nur eine Übung der Staatssicherheit- ist entartet: Das war keine Übung, das ist Ernst. Die DDR hat heute 10 Neue Bezirke mehr. So ist das.

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Ein Gespenst geht um in Deutschland

Erstellt von schneemann am 19. April 2009

das Gespenst der Rechtsphobie. Alle Mächte des neuen Deutschlands haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der Provinzpolitiker und der Regierungspolitiker, Merkel und Brehm *), Verfassungsschützer und deutsche Polizisten …
so könnten wohl Marx und Engels heute das Kommunistische Manifest beginnen lassen.

Benjamin Jahn Zschocke: Chemnitz - Stadt der Moderne

Es genzt ans Absurde, was da aus der sächsischen Provinz -genauer aus Chemnitz- heraus dringt: Da erhält der junge begabte Künstler Benjamin Jahn Zschocke den Auftrag ein großformatiges (30 x 10 m) Wandbild Chemnitz - Stadt der Moderne für den Speisesaal einer Berufsschule anzufertigen.

Bevor Zschocke das Bild anfertigte, wurde es in allen Gremien der Schule diskutiert. Förderverein der Schule sowie Eltern, Lehrer, und die Schüler selbst sprachen sich für das Vorhaben aus.

Nachdem das Bild fertig war, schlugen Chemnitzer Linke und Grüne Besonders-Gutmenschen plötzlich Alarm. Aaaalaaaarrrrrm!  Reflexartig wurde das Bild mit zufällig vorhandenen alten Tapetenbahnen abgehängt. AAlaaarrrm!

Ein eiligst abkommandierter berufsmäßiger Verfassungsschützer (!) erhielt daraufhin den Auftrag, das Bild nach versteckter rechtsnationaler Symbolik zu durchforsten. Er forstete und forstete, aß zwischendurch einen Happen, aber fündig wurde er nicht. Nichts, aber auch gar nichts hatte er beim Durchforsten entdeckt.

Links- und Gut-Grün: Aaaalaaarrrm! Der Verfassungsschützer ist infiltriert! Ein Auschwitz-Überlebender mußte herbei (!!!) mit dem Klassenauftrag, das Bild nach rechter Symbolik zu durchsuchen. Ergebnis: Wie gehabt.

Verdammt! Es muß doch etwas zu finden sein! Wo sind in diesem Land echte Rechtsextremismus-Experten?
Und es wurden welche gefunden: “Experten” und extremistische Symbole. Aufatmen: Da ist doch tatsächlich auf einer Kuppel des Freskos ein Kreuz zu sehen.  Aber: Es ist ein Keltenkreuz !!! Aaaaalaaarrrrrm - wir haben ein rechtes Symbol gefunden! Aufatmen bei Links und Grün.

Hhmm, daß auf etlichen Chemnitzer Kirchtürmen und -kuppeln (und darüber in ganz Europa) exakt das gleiche Kreuz blinkt -wie weiland zu DDR-Zeiten das auf der TV-Turmkugel in Berlin die DDR verhöhnente- ist für die “Experten” und Rote und Grüne Gutmenschen irrelevant.

Und noch etwas erspürten die “Experten”: Im Bild sind 5 graue, farblose Gebäude zu erkennen. AAAaalaaarrrrmm!!! Kein Zweifel, der junge Maler wollte damit auf den allierten Bombenterror am 5. März 1945 “anspielen” stellten die “Experten” fest. Das war es dann.

Eine Malerfirma verdiente ein paar Hunderter mit dem Überpinseln eines Kunstwerkes. Ein paar Handschellen klickten. Ein paar Polizei-Mannschaftswagen fuhren vom Hof der Berufsschule. Chemnitz ist endlich ein rechtsfreier Raum. Tusch. Vorhang.

Alltag in der Bundesrepublik Deutschland. Man schreibt das Jahr 2009.
DDR 2.0 reloaded

*) Chemnitzer Oberbürgermeister und Obersymboljäger (CDU)

Quellen: Faaanblogg Chemnitz; Blaue Narzisse; Berliner Zeitung;

Und für diejenigen, die das einführende Zitat im Original nachlesen möchten, bitte sehr

Update 05.05.2008

Wie die Berliner Zeitung am Wochenende entlarvte, ist auch der evangelische Berliner Dom ein Hort des Extremismus, wie dieses fotografische Machwerk beweist.

Herr Innensenator Körting: Greifen Sie sofort ein! Verbieten Sie umgehend alle Dome, oder entkreuzen Sie ihn durch Asbestsanierung (so, wie 50 Meter gegenüber geschehen).

Update 07.07.2008

Die Bundesregierung besteht aus Extremisten! Alarm!!
Hat es doch unser alle Kandesbunzlerin tatsächlich gewagt, Keltenkreuze  an Soldaten zu verleihen. Ganz klar eine extremistische Handlung, klug getarnt als Auszeichnung für Tapferkeit.

Nun, Ihr  Schnarchnasen des Chemnitzer Stadtparlamentes, was jetzt? Aufschrei und Protest, oder Entschuldigung bei Zschocke?

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Der unbegrenzte Chávez

Erstellt von schneemann am 18. Februar 2009

chavezUndemokratisch! Diktatorisch! Skandal! Empörend!

So geht das natürlich nicht, daß ein Staatschef wiederholt zur Wahl antritt. Noch dazu vom Volk Venezuelas durch ein Plebiszit dazu ermächtigt.

In der Bunten Republik Deutschland ist so etwas natürlich unvorstellbar - na gut, ein paar Ausnahmen gibt/gab es (Adenauer, Kohl, Bundeshorst usw.). Das aber sind Ausrutscher, demokratische Ausrutscher sozusagen! In Venezuela ist das Gleiche zutiefst diktatorisch - versteht sich.

Und das sagt die nicht-gleichgeschaltete Online-Presse der Bunten Republik zu der Möglichkeit, daß Politiker eines souveränen Staates sich -so oft sie wollen- einer demokratische Wahl stellen können:


SPIEGEL ONLINE 17.02.2009:

Hugo Chávez zementiert seine Macht

Venezuelas Staatschef Chávez ist am Ziel: Er kontrolliert Regierung, Parlament und Justiz - und kann sich unbegrenzt wiederwählen lassenweiter


SPIEGEL ONLINE - 16.02.2009:

Chávez kann sich unbegrenzt wiederwählen lassen
Tausende bejubelten seinen Sieg mit Feuerwerken und Autokorsos: Venezuelas Präsident Chávez hat ein Verfassungsreferendum gewonnen und kann unbegrenzt zur Wiederwahl antreten. weiter…


STERN ONLINE 16.02.2009:

Chávez auf Castros Spuren
… Nach dem Ende des Verfassungs-Referendums ließ sich Venezuelas sozialistischer Präsident feiern. Er darf nun unbegrenzt neu kandidieren. Es war allerdings ein Sieg im zweiten Versuch. weiter…


FOCUS ONLINE 16.02.09:

Chavez kann auf Lebzeiten regieren
In Venezuela haben die Bürger für die Abschaffung der bisherigen Begrenzung von zwei Amtszeiten des Präsidenten gestimmt. Hugo Chavez kündigte daraufhin gleich seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit an. weiter …


BERLINER ZEITUNG ONLINE 17.02.09:

Im zweiten Anlauf Mehrheit für Verfassungsänderung
RIO. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez kann sich künftig unbegrenzt oft wiederwählen lassen. Denn er hat ein Referendum über diese Frage gewonnen. weiter


WELT ONLINE 16.02.2009:

Chavez’ Ewigkeitsanspruch spaltet das Volk
Als “Sieg des Volkes” hat Hugo Chavez die Abstimmung gefeiert, die ihm die unbegrenzte Wiederwahl erlaubt. Doch fast die Hälfte der Wähler, die teilnahmen, stimmte gegen den Plan.weiter


TAGESSPIEGEL 16.02.09:

Chávez ist unbegrenzt wiederwählbar
Nach ersten Angaben der Wahlbehörde stimmte bei dem Referendum eine Mehrheit für eine Verfassungsänderung, wodurch Chávez und alle gewählten Amtsinhaber in Venezuela beliebig oft zur Wiederwahl antreten dürfen. weiter

unbegrenzt, Ewigkeitsanspruch, auf Lebzeiten, beliebig oft usw.
In der DDR gab das Politbüro solche Sprachregelungen heraus…

Hallo, Ihr unabhängigen Jounalisten: Merkt Ihr was?

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14. Februar: Dresden

Erstellt von schneemann am 16. Februar 2009

Ob es den Dresdener Einwohnern -die schon immer am 14. Februar freiwillig auf die Straße gingen und die ein sehr ausgeprägtes emotionales Verhältnis zu ihrer Stadt haben- wohl recht / angenehm ist, daß Busladungen voller Empörter aus anderen Bundesländern in die sächsische Landeshaupstadt gekarrt werden?

Wird da etwa sogar eine “Aufwandsentschädigung” gezahlt, oder eine freier Ausgleichstag gewährt?

Ich hoffe doch nicht, daß hier DDR-Gepflogenheiten übernommen werden. In manchen Orten erhielten nämlich DDR-Bürger, die zur Demonstration am 1. Mai / 7.Oktober erschienen, kostenlos eine Bockwurst und ein Getränk.

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