Bunte Karierte Republik Deutschland

Augen auf und durch

Archiv für die 'Mediengedöhns' Kategorie


ZDF endlich entkernt

Erstellt von schneemann am 23. April 2009

Heute wurde es bekannt: Der farblose, fahlgelbe Möchtegern-Journalist ohne Abschluß Johannes Gutfried Kerner wurde abgeschoben zum Unterschichtenfernsehen. Dort kann er weiter rundherum betroffen sein, ohne daß sein Anbiedern jemanden nervt.

In Anbetracht des Verschwindens Kernes aus dem ZDF-Fenster, aus dem er sich immer ziemlich weit hinauslehnte, ist die Betrachtung des Falles durch den Stern durchaus lesenswert.
Im Gegensatz zum Spiegel, für den Fahlgelb-Gutfried Kerner, irgendwie überhaupt nicht existierte, trifft der Stern den Nagel auf den Kopf.

Journalist-Imitator Kerner ist so, wie die Produkte, für die er Reklame macht: Farblos wie Wasser, schmierig wie fette Wurst, reißerisch wie eine Fluggesellschaft und gebildet wie ein BLÖD-Zeitungsleser.

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Varus - der bessere Germane

Erstellt von schneemann am 2. April 2009

germanenJetzt ist es endlich raus: Varus ist der eigentliche Sieger der Schlacht im Teuteburger Wald.

Zumindest ist er der “Sieger der Herzen” nach der Lesart einiger unerträglicher ZDF - Gutmenschen, die dieser Tage eine zweiteilige Dokumentation  über die Schlacht im Teuteburger Wald sendeten. Die die Spielszenen kommentierenden Historiker wurden nicht müde Vokabeln wie “Verrat”, “heimtückisch”, “undankbar” usw. zu verwenden. Dem Zuschauer sollte so auf subtile Art der Charakter des Arminus (Hermann der Cherusker) nahegebracht werden.  Weil Armin durch und durch ein germanisches Charakterschwein war, haben die Römer die Schlacht verloren. So war das nämlich!

Und dann war da noch der ewige Regen und der Nebel … und die eisige Kälte erst (diese Argumentation hatten wir bereits bei Stalingrad)! Weil es auf die Germanen natürlich nicht regnete und sie den Nebel (wohl mit bohrenden Blicken) durchdrangen und auch gegen Kälte resistent waren, mußte Varus ja unterliegen, der Gute …
Was besonders perfide war: Die feigen Germanen kämpften nicht in offener Feldschlacht, sondern sprangen im Wald aus dem Gebüsch!!! Un-er-hört!

Wir wollen mal nicht vergessen: Diesem Rom, das zur Volksbelustigung Gladiatoren aufeinander hetzte, das Abertausende Menschen an Kreuze nagelte, das in seinen Provinzen mit unermeßlicher Grausamkeit und Härte fremde Völker versklavte, das bei “Feigheit vor dem Feind” jeden zehnten Legionär einer Kohorte hinrichtete (=dezimieren), diesem Rom wurde beim Versuch das rechtsrheinische Germanien zu erobern, dank Aminius seine Grenzen aufgezeigt.
Und die Germanen waren es und die Franken waren es, die den Hunnen, den Mongolen und Türken standhielten, so daß die Entwicklung Europas so verlaufen konnte, wie wir das heute kennen.

Ihr ZDF-Selbstzerfleischer hört zu: Armin der Cherusker hat sein Denkmal verdient; im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

In dieser Republik ist mittlerweile vieles reflexgesteuert; es ist einfach unglaublich.

Reflextest für Gutmenschen: Hermann der Cherusker - Autobahn - Nazometer - Atomkraftwerk - Waldsterben -  Feinstaub - Drittes Reich - Luftverschmutzung - Gysi - Integration - DDR - Brezelfahne …

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Gutfried Kerner abgewatscht

Erstellt von schneemann am 20. März 2009

Endlich einmal ist ein Gast nicht bei diesem ähh…  diesem Dings da…. ähh.. diesem fahlgelben ZDF-Kernchen auf dessen unerträgliche, schleimige Betroffenheits-Masche hereingefallen. Allein, nutzen wird es leider nichts…

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Kerner schlägt wieder zu!

Erstellt von schneemann am 19. März 2009

Heute bin ich beinah aus dem Sessel gekippt. Sehe ich doch das blasse, fahlgelbe ZDF-Kernchen, wie es Reklame für eine Zeitung macht.

Nicht für Flatterwurst! Nein für eine Zeitung; leider konnte ich deren Titel nicht so schnell erkennen. Es sah aber so ähnlich aus wie BLUT. Es könnte auch BLÖD geheißen haben … - also BLÖD-Zeitung. Gibt es solch ein Blättchen in Deutschland?

Mehr über Kernerpflaume, Beckmann, Pilawa & Co

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TV Radio Blöd Berlin abschalten?

Erstellt von schneemann am 26. Februar 2009

Der Abendschauder, die messerscharfe, unbarmherzige und von allen Lokalpolitikern gefürchtete tägliche Schmonzette eines zwar Berliner, gleichwohl aber provinziellen TV-Senders, hat heute wieder fürchterlich zugeschlagen.

Mit einem Bin-Ich-Aber-Betroffenen-Gesicht allererster Güte unterrichtete ein Moderator die erschreckte Bevölkerung wie unbotmäßig sie sich verhält: Sie kocht Kaffee/Tee. Sie benutzt die Waschmaschine. Sie schaltet Glühlampen ein und lädt Handy-Akkus und -Teufel noch mal- fährt mit dem Auto! DEM AUTO! Die Bevölkerung wirft sogar Handys nach einigen Jahren weg!!!
Sie unternimmt überhaupt noch viele weitere Tollheiten, z.B. Ausatmen, um den Klimawandel voranzutreiben.

Ob so vieler Umweltsünden der Berliner erläuterte ein im Studio anwesender Experte mit bebender Stimme die Zusammenhänge zwischen Kaffeekochen auf dem Herd (!) und Kaffekochen in der Kaffeemaschine einerseits und dem Kaffeekochen allgemein und schmelzendem Eis in der Antarktis andererseits.

Danke, Ihr Gutmenschen des RBB Radio-Blöd-Berlin, danke.

Irgendwie fühle ich mich auch schuldig 10 Tonnen CO2 pro Jahr zu produzieren. Vielleicht werden es bei mir ja sogar 12 Tonnen, da ich hin und wieder unter Blähungen leide.
Unternehmt außer Eurer morgendlichen Lichterkette endlich auch mal etwas gegen die Eisschmelze in der Antarktis. Wie? Schaltet Euren Sender ab!

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Revolte im ZDF

Erstellt von schneemann am 21. Februar 2009

ENDLICH!
Endlich proben einige prominente Journalisten des ZDF in einem offenen Protestbrief den Aufstand gegen verfilzte Polit-Küngel, gegen Staatsnähe und politische Bevormundung.
Endlich wagen Maybrit Illner, Marietta Slomka, Guido Knopp, Claus Kleber, andere Spitzenjournalisten und alle Hauptredaktionsleiter des Senders den Widerstand wegen eines “schweren Eingriffs in die Rundfunkfreiheit”.

Sie wollen mit ihrem Brief “… ein Zeichen gegen politischen Druck…” setzen und stellen sich demonstrativ hinter ihren Chef Markus Schächter, der ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender für eine weitere Amtszeit benennen möchte.

Der Widerstand aus dem verfilzten Verwaltungsrat gegen Schächters Entscheidung zeuge “von einer gefährlichen Einmischung der politischen Parteien in die Souveränität unseres Hauses”.

Endlich haben diese Journalisten die öffentliche Meinung, die sich zu ihrer Arbeit im Internet sehr unfroh artikuliert, zur Kenntnis genommen.

Endlich!

Flugblatt Freie Medien

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Überleben konventionelle Massenmedien?

Erstellt von schneemann am 21. Februar 2009

Diese Frage stellte der SPIEGEL-ONLINE am 20.02.2009 und stellte die negative Absatz-Entwicklung konventioneller Medien dar. Auch ich bedauere sehr den Niedergang der Massenmedien. Aber wen wundert es? Es ist in höchstem Maße befremdlich, wenn die unterschiedlichsten regionalen Medien (politisch unterschiedliche vermag ich ohnehin kaum noch zu erkennen) verblüffend unisono bestimmte Ereignisse publizieren.

Erinnert sei hier an Eva Herman, an Mannichl, an den Georgien-Konflikt und -letzter aktueller Fall- an das Plebiszit in Venezuela Mitte des Monats. Immer und immer wieder -bis zum Erbrechen- wird Mainstream publiziert. Das geht hin bis zu identischer Wortwahl Dutzender Zeitungen.
Man kann sich des Eindruckes nicht erwehren, daß über dem Schreibtisch der Chefredaktion eine Sprachregelungsliste an die Wand gepinnt ist.

Es ist einfach (im Wortsinne) atemberaubend, wenn man mit ansehen muß, wie gleichgeschaltete Medien mit Ihrer politischen Überkorrekheit, Ihrem Proporzdenken, Ihren Quotenregelungen und Migrationshintergründen, Ihren ökologischen Bedenken und Selbsverwirklichungbestrebungen die Bundesrepublik langsam ersticken.

Liebe Journalisten, besinnt Euch! Reißt endlich die Fenster weit auf und laßt frische Luft in diese verfilzte Republik! Ihr seid die intellektuelle Elite mit Schnell-Zugriff auf das Volk.

Ihr habt die Macht diese lähmende Lethargie aus dem Lande zu treiben. Schneidet Politikern das Wort ab, wenn sie anfangen dummdeutsch zu reden und Fragen mit Worthülsen zu beantworten! Erinnert sie daran daß sie ihr Mandat vom Volke haben.

Laßt Euch nicht vor irgendwelche Karren spannen. Fangt endlich wieder an solide zu recherchieren; ich bin sicher, daß Euch ein treuer Leserstamm erhalten bleibt.

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Der unbegrenzte Chávez

Erstellt von schneemann am 18. Februar 2009

chavezUndemokratisch! Diktatorisch! Skandal! Empörend!

So geht das natürlich nicht, daß ein Staatschef wiederholt zur Wahl antritt. Noch dazu vom Volk Venezuelas durch ein Plebiszit dazu ermächtigt.

In der Bunten Republik Deutschland ist so etwas natürlich unvorstellbar - na gut, ein paar Ausnahmen gibt/gab es (Adenauer, Kohl, Bundeshorst usw.). Das aber sind Ausrutscher, demokratische Ausrutscher sozusagen! In Venezuela ist das Gleiche zutiefst diktatorisch - versteht sich.

Und das sagt die nicht-gleichgeschaltete Online-Presse der Bunten Republik zu der Möglichkeit, daß Politiker eines souveränen Staates sich -so oft sie wollen- einer demokratische Wahl stellen können:


SPIEGEL ONLINE 17.02.2009:

Hugo Chávez zementiert seine Macht

Venezuelas Staatschef Chávez ist am Ziel: Er kontrolliert Regierung, Parlament und Justiz - und kann sich unbegrenzt wiederwählen lassenweiter


SPIEGEL ONLINE - 16.02.2009:

Chávez kann sich unbegrenzt wiederwählen lassen
Tausende bejubelten seinen Sieg mit Feuerwerken und Autokorsos: Venezuelas Präsident Chávez hat ein Verfassungsreferendum gewonnen und kann unbegrenzt zur Wiederwahl antreten. weiter…


STERN ONLINE 16.02.2009:

Chávez auf Castros Spuren
… Nach dem Ende des Verfassungs-Referendums ließ sich Venezuelas sozialistischer Präsident feiern. Er darf nun unbegrenzt neu kandidieren. Es war allerdings ein Sieg im zweiten Versuch. weiter…


FOCUS ONLINE 16.02.09:

Chavez kann auf Lebzeiten regieren
In Venezuela haben die Bürger für die Abschaffung der bisherigen Begrenzung von zwei Amtszeiten des Präsidenten gestimmt. Hugo Chavez kündigte daraufhin gleich seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit an. weiter …


BERLINER ZEITUNG ONLINE 17.02.09:

Im zweiten Anlauf Mehrheit für Verfassungsänderung
RIO. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez kann sich künftig unbegrenzt oft wiederwählen lassen. Denn er hat ein Referendum über diese Frage gewonnen. weiter


WELT ONLINE 16.02.2009:

Chavez’ Ewigkeitsanspruch spaltet das Volk
Als “Sieg des Volkes” hat Hugo Chavez die Abstimmung gefeiert, die ihm die unbegrenzte Wiederwahl erlaubt. Doch fast die Hälfte der Wähler, die teilnahmen, stimmte gegen den Plan.weiter


TAGESSPIEGEL 16.02.09:

Chávez ist unbegrenzt wiederwählbar
Nach ersten Angaben der Wahlbehörde stimmte bei dem Referendum eine Mehrheit für eine Verfassungsänderung, wodurch Chávez und alle gewählten Amtsinhaber in Venezuela beliebig oft zur Wiederwahl antreten dürfen. weiter

unbegrenzt, Ewigkeitsanspruch, auf Lebzeiten, beliebig oft usw.
In der DDR gab das Politbüro solche Sprachregelungen heraus…

Hallo, Ihr unabhängigen Jounalisten: Merkt Ihr was?

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Gleichschaltung der Medien …

Erstellt von schneemann am 15. Februar 2009

…  in der Bunten Republik Deutschland ?

Der Kerner-Eklat brachte ziemlich deutlich die Gleichschaltung der Medien der Bananenepublik Deutschland zu Tage. Es entsetzt mich, wie sich das Verhalten der Medien immer mehr dem der Nazis im 3.Reich und dem der DDR-Presse angleicht. Das Gefühl, die Wende ist ein gigantischer Plan der Staatssicherheit der DDR, möchte einen beschleichen.

Zu Zeiten der DDR sah man als Bewohner derselben die westdeutschen Medien als das Paradebeispiel von Pressefreiheit an. Auf westdeutschen TV-Bildschirmen plusterten sich viele Journalisten auf, wie frei und unbeeinflußt sie ihrer Arbeit nachgehen könnten und bedachten die -unter ungleich schwierigeren Bedingungen arbeiten “Quasi”- Kollegen der DDR partiell mit herablassender Häme. Immer wieder wurde die Schere in deren Köpfen moniert.

Nun, als unlängst Karrikaturen in dänischen Zeitungen die Welt an den Rand eines Glaubenskrieges brachte, da war sie plötzlich auch da - die Schere - aber diesmal in den Köpfen der ach so freien Journaille. Plötzlich spürte die erhabene Kaste “pressefreier” Schreiber, wie es ist, wenn das Schreiben persönliche, private Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

Natürlich werden werden Chefredakteure aller Medien Gleichschaltung weit und “empört” von sich weisen, aber weshalb gibt es dann immer wieder gleichlautende Phrasen? Es ist zu offensichtlich, daß es in dieser “Demokratie” nicht nur offizielle Sprachregelungen -übrigens ein eigenes Kapitel für sich- gibt, sondern auch Denkregelungen. Zwei Beispiele der letzten Zeit:

Georgien-Konflikt: Es wird auf Rußland eingedroschen, obwohl zweifelsfrei feststeht daß der georgische Möchtegern-Zar den Konflikt vom Zaun brach.
Störungen der russischen Gasversorgung: Es wird auf Rußland unisono geprügelt, obwohl die ukrainischen Vorturner zugaben, den Hahn der Pipeline rechts herum gedreht zu haben.

Letzter Fall: Lebkuchenmannichl; eine Posse in mehreren Akten. Knapp 10 Minuten nach der Tat kannten alle Politiker und die von ihnen gesteuerten Medien den Täter und es tönte: “Verbot!” “Völlig neue Dimension der Gewalt!” “Angriff auf unseren Rechtsstaat!” “Sonderarbeitsgruppe schaffen

Der bayerische Vorturner Seehofer eilte flugs in’s Krankenhaus und stieß dabei auf der Treppe fast mit seinem Innen-Herrmann zusammen. Beide setzen ihre Tiefbewegt-Gesichter auf (nur Joschka Fischer konnte noch betroffener aussehen) und sprachen salbungsvoll, aber empört und voller Abscheu in die Kameras. Nach eingen Wochen versuchte die bayerische Staatskanzlei zwar diese Peinlichkeit als “private Geschichte” herunterzuspielen, aber Blamage ist Blamage.

Es ist erschreckend, daß selbst solche Blätter wie WELT, SPIEGEL, STERN, FAZ und SZ wochenlang unkommentiert solche offensichtlichen journalistischen Fehlgeburten wie die Mannichl-Lebkuchenmesser-Posse nachdrucken.
Lediglich “Die Zeit” kommentiert ein Gran vorsichtiger.

Diese ganze Journaille rührt indes keinen Finger, um wenigstens ansatzweise eine Eigenrecherche zu starten. Sie hinterfragt nicht die Schwere der Verletzung. Sie hinterfragt nicht die falschen “Zeugen”aussagen. Sie hinterfragt nicht die verschiedenen Varianten des Tatherganges. Sie hinterfragt nicht fehlende Spuren. Sie hinterfragt nicht exotische Tätowierungen. Nein, sie tut das alles nicht. Diese Journaille sitzt faul, satt und zufrieden auf ihren Stühlen und journailliert mittels copy and paste. Es könnte ja sein, daß sie gegen die Regelungen der political correctness (an der diese Republik eines Tages untergehen wird) verstößt. Schande über sie.

In der ganzen großen Bunten Republik gibt es -wie es scheint- zur Zeit nur wenige wahre Journalisten; einer davon ist: Henryk M. Broder.

Hier noch ein Link zu Medienmanipulation und -verblödung, Zensur und Lüge; sehr zu empfehlen.

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TV: Berliner Abendschauder

Erstellt von schneemann am 19. Dezember 2008

Sehr geehrte Redaktion,
langsam, aber stetig, schiebt sich Ihre tägliche TV-Sendung in meiner Gunst an die Spitze. Warum? Nun, ich bin höchst amüsiert darüber, wie gekonnt Sie Provinz-Fernsehen parodieren. Bitte ändern Sie Ihren Stil nicht!
Damit Ihre täglichen Darbietungen vielleicht noch etwas -aber nur einen Tick- gewinnen, erlaube ich mir, Ihnen hiermit folgende virtuelle Geschenke zu überreichen:

Eine Abonnement der Thekenrundschau
Die (natürlich gespielte) betuliche, bräsige Art und Weise Ihrer Moderatoren-Darsteller erinnert mich immer an die bekannte, herzig lächelnde Apotheken-Mimin aus der TV-Werbung. Es würde sich zweifellos hübsch ausnehmen, das jeweils aktuelle Zeitschriftenexemplar auf Ihrem Tresen auszulegen.

Eine umhäkelte Rolle Toilettenpapier.
Auch diese würde sich ebenfalls ausnehmend hübsch auf Ihrem Abendschauder-Tresen ausnehmen. Einfach gehäkelt zwar, hübsch und possierlich, aber  doch irgendwie auch verwegen, besonders, wenn sie asymmetrisch steht. Zum Beispiel vor der Dame mit dem goldigen Haarhelm.

Ein Radierung “Regionalbahn nach Päwesin/Ausbau“.
Bitte hängen Sie dieses Kleinod naiver vorpommerscher Volkskunst freitags hinter Ihren Moderatoren gut sichtbar auf. So kommt beim Zuschauer bereits zu Sendebeginn eine unbändige Vorfreude auf Ihre allseits beliebten, wöchentlichen Ausflugtips auf.

Ein grün-rot-kleinkariertes Deckchen.
Dieses könnte passenderweise unter der Rolle Toilettenpapier plaziert werden.

Ein rosarotes Kameraobjektiv
Da erscheinen doch Beiträge über Busfahrer oder lustige Jugendliche am Kottbusser Tor doch gleich im rechten Licht.

Ein Betroffenheitsmeter
Dieses praktische Stück zeigt dem Zuschauer sofort den Grad Ihrer Betroffenheit an, ohne daß ein Moderatoren-Darsteller seine Mimik bemühen muß. Sie brauchen nur den Zeiger auf einen Wert zwischen 1 und 10 stellen - fertig.
Für Ihre drei Dauer-Themenschwerpunkte (Integrationsfortschritt, Klimaerwärmung und gewaltfreies Jugendleben) sind bereits politisch korrekte, aber unauffällige Markierungen angebracht.

Und zum Schluss noch eine Bitte:
Bitte erfreuen Sie uns Zuschauer noch mehr mit besinnlichen Kamerafahrten auf kahle Laubbäume und auf nebelige Wasserflächen, auf -jetzt aktuell- Adventskerzen und Weihnachtskugeln und im Frühjahr auf tropfende Eiszapfen und Schneeglöckchen - einfach herrlich. Und alles so öööko …

Wir Zuschauer lieben auch kecke Redewendungen, wie Tanzbein schwingen; kühles Nass; Drahtesel; Augen-/Ohrenschmaus; Petrijünger; Dampfross; Speis’ und Trank; in Windeseile; wie durch Geisterhand” usw.
Bitte streuen Sie derartige Wortschöpfungen noch öfter ein.
Das erwärmt doch das Herz! Und alles so öööko …

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