{"id":1639,"date":"2014-02-24T14:43:00","date_gmt":"2014-02-24T12:43:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/?page_id=1639"},"modified":"2023-09-14T08:49:14","modified_gmt":"2023-09-14T06:49:14","slug":"dorfgeschichten-aus-siersleben-im-mansfelder-land","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/siersleben-ein-dorf-im-mansfelder-land\/dorfgeschichten-aus-siersleben-im-mansfelder-land\/","title":{"rendered":"Dorfgeschichten"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"hemmes-morderischer-kick\"><a name=\"Hemme\"><\/a>Hemmes m\u00f6rderischer Kick<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:30%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aschewolke.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"308\" height=\"383\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aschewolke.jpg\" alt=\"Aschewolke \u00fcber Siersleben\" class=\"wp-image-8087\" srcset=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aschewolke.jpg 308w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aschewolke-121x150.jpg 121w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/aschewolke-64x80.jpg 64w\" sizes=\"auto, (max-width: 308px) 100vw, 308px\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Asche\u00adwol\u00adke \u00fcber Siersleben<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:70%\">\n<p>Neben <em>Heck\u00adlaus<\/em> her\u00adun\u00adter\u00adge\u00adkom\u00adme\u00adner Eck-Knei\u00adpe befand sich im Erd\u00adge\u00adscho\u00df \u2011au\u00dfer dem Kino in der obe\u00adren Eta\u00adge- noch eine Kon\u00adsum-Ver\u00adkaufs\u00adstel\u00adle. So kam es, da\u00df auf der R\u00fcck\u00adsei\u00adte der Ver\u00adkaufs\u00adstel\u00adle jede Men\u00adge Ver\u00adpa\u00adckungs\u00adma\u00adte\u00adri\u00adal, wie Getr\u00e4n\u00adke\u00adk\u00e4s\u00adten und Papp\u00adkar\u00adtons, her\u00adum\u00adla\u00adgen. Wir \u2011mei\u00adne Kum\u00adpel und ich- ver\u00adtrie\u00adben uns die Zeit bis zur \u00d6ff\u00adnung der Kino\u00adkas\u00adse, indem wir mit lee\u00adren Kar\u00adtons her\u00adum\u00adbolz\u00adten und sie uns ele\u00adgant t\u00e4n\u00adzelnd zuscho\u00adben. Nach eini\u00adger Zeit des Spie\u00adlens schob sich <em>Hem\u00adme<\/em> um die Ecke. Hem\u00adme war furcht\u00adbar stark \u2013 so stark, da\u00df sich sei\u00adne Arme immer von selbst vom K\u00f6r\u00adper abspreiz\u00adten. Aus die\u00adsem Grun\u00adde hat\u00adte er Schwie\u00adrig\u00adkei\u00adten, durch T\u00fcren zu gehen, da er seit\u00adlich h\u00e4n\u00adgen blieb.  Selbst das Tor, das zum gemein\u00adsa\u00admen Hof von Kino, Knei\u00adpe und Kon\u00adsum f\u00fchr\u00adte und das f\u00fcr gro\u00ad\u00dfe, dicke Pfer\u00adde mit jeder Men\u00adge Bier\u00adf\u00e4s\u00adser auf einem Wagen bemes\u00adsen war, selbst die\u00adses Tor war fast nicht weit genug f\u00fcr ihn. Jawohl \u2013 so stark war&nbsp;Hemme.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der H\u00f6he dage\u00adgen hat\u00adte er nie\u00admals Pro\u00adble\u00adme \u2013 obwohl ihm Schuh\u00adma\u00adcher\u00admeis\u00adter <em>Cain<\/em> vom Denk-mals\u00adplatz stets Wes\u00adtern-Abs\u00e4t\u00adze unter sei\u00adne Schu\u00adhe nagel\u00adte und er somit auf Eins\u00advier\u00adund\u00adsech\u00adzig kam. Die Elvis-Haar\u00adtol\u00adle inbe\u00adgrif\u00adfen. Aus die\u00adsem Grun\u00adde neig\u00adte Hem\u00adme sei\u00adnen Kopf immer ein wenig nach vorn, wenn er durch eine T\u00fcr ging, um oben nicht anzu\u00adsto\u00ad\u00dfen.<br>\u00bb<em>Eh, Hem\u00adme \u2013 los knall mit<\/em>!\u00bb<br>Er grins\u00adte geschmei\u00adchelt, wobei er sich bem\u00fch\u00adte, wie Elvis sei\u00adnen rech\u00adten Mund\u00adwin\u00adkel fies nach oben zu zie\u00adhen und gur\u00adgel\u00adte die gesam\u00adte H\u00e4lf\u00adte sei\u00adnen Eng\u00adlisch\u00adwort\u00adschat\u00adzes \u2013 <em>Oll\u00adreid, Boys<\/em>! (Die ande\u00adre H\u00e4lf\u00adte lau\u00adte\u00adte <em>Ogeh, G\u00f6rls!<\/em>). Nach\u00addem er extrem l\u00e4s\u00adsig sei\u00adne <em>Casi\u00adno<\/em> oder <em>Turf<\/em> zwi\u00adschen sei\u00adnen Z\u00e4h\u00adnen her\u00adaus nahm \u2011wobei er Dau\u00admen und Mit\u00adtel\u00adfin\u00adger zu einem Ring kr\u00fcmm\u00adte- schnipp\u00adte er sie hoch in die Luft, um die Kip\u00adpe beim Her\u00adab\u00adfal\u00adlen mit dem Hacken weg\u00adzu\u00adki\u00adcken. Immer\u00adhin, das Schnip\u00adpen gelang.<br>W\u00e4h\u00adrend noch die Kip\u00adpe auf dem Boden kul\u00adler\u00adte, zeig\u00adte er uns, wie man rich\u00adtig kickt und unse\u00adre Bol\u00adze\u00adrei ging wei\u00adter \u2013 wobei man sich vor Hem\u00admes wie Wind\u00adm\u00fch\u00adlen\u00adfl\u00fc\u00adgel krei\u00adsen\u00adden Armen in Acht neh\u00admen mu\u00df\u00adte.<br>W\u00e4h\u00adrend die\u00adses Pro\u00adze\u00adde\u00adres hat\u00adte ein Kum\u00adpel Hem\u00admes, der \u2011trotz aller bestehen\u00adden Freund\u00adschaft- noch eine offe\u00adne Rech\u00adnung begli\u00adchen haben woll\u00adte, zwei Papp\u00adkar\u00adtons wie unab\u00adsicht\u00adlich mit den Fu\u00df-Innen\u00adsei\u00adten neben\u00adein\u00adan\u00adder gescho\u00adben und bei pas\u00adsen\u00adder Gele\u00adgen\u00adheit Hem\u00adme zum Duell in Sachen Ziel\u00adschie\u00ad\u00dfen her\u00adaus\u00adge\u00adfor\u00addert:<em> Los \u2013 ins Kel\u00adler\u00adfens\u00adter<\/em>! Zuerst nahm der Her\u00adaus\u00adfor\u00adde\u00adrer Anlauf, kick\u00adte und \u2013 einer der Kar\u00adtons flog weit am Ziel vor\u00adbei, genau\u00adso, wie beab\u00adsich\u00adtigt.<br>Hem\u00adme bleck\u00adte her\u00adab\u00adlas\u00adsend sei\u00adne obe\u00adre rech\u00adte Zahn\u00adleis\u00adte und ver\u00adsuch\u00adte, l\u00e4s\u00adsig \u00fcber sei\u00adne eige\u00adne Schul\u00adter zu spu\u00adcken. Aber der Wind stand ung\u00fcns\u00adtig. Nach\u00addem er sich sei\u00adne Spu\u00adcke vom Schul\u00adter\u00adpols\u00adter sei\u00adnes gro\u00df\u00adka\u00adrier\u00adten Sak\u00adkos gewischt hat\u00adte, nahm Hem\u00adme breit\u00adar\u00admig Anlauf und knall\u00adte sei\u00adnen Fu\u00df gegen den zwei\u00adten Kar\u00adton:&nbsp; <em>Aauuuaaahh!\u2026 \u2013 Auaah! \u2026 Du Sau! \u2026 Du Rus\u00adse<\/em>!! Sein Papp\u00adkar\u00adton flog nicht ganz so weit \u2013 weil mit die\u00adsem und von ihm ver\u00addeckt, auch ein mit Asche gef\u00fcll\u00adter Eimer durch die Luft wir\u00adbel\u00adte. Und sonst? Heklaus Kino, der Dorf\u00adplatz samt Lin\u00adde, ganz Siers\u00adle\u00adben lagen tage\u00adlang unter einer Aschewolke.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a style=\"text-align: justify;\" href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"rilles-extrastarke\">Rilles Extrastarke<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:80%\">\n<p>In der Zeit nach Kriegs\u00aden\u00adde tru\u00adgen wir Kin\u00adder oft\u00admals Klei\u00addungs\u00adst\u00fc\u00adcke, die eigent\u00adlich nicht f\u00fcr uns gefer\u00adtigt waren. Und wenn doch, dann fast immer aus alten, umge\u00adar\u00adbei\u00adte\u00adten Kla\u00admot\u00adten. In vie\u00adlen Haus\u00adhal\u00adten hing noch <em>Frie\u00addens\u00adwa\u00adre<\/em> \u2013 die Anz\u00fc\u00adge und M\u00e4n\u00adtel des Vaters, die die\u00adser nie mehr im Leben brauch\u00adte; er besa\u00df ja Kei\u00adnes mehr. Und so ein\u00adfach mal neue Klei\u00addungs kau\u00adfen, ging nur sehr beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:20%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hosentraeger-extrastark-1.jpg\" class=\"broken_link\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hosentraeger-extrastark-1.jpg\" alt=\"hosentr\u00e4ger extrastark\" class=\"wp-image-8088\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hosen\u00adtr\u00e4\u00adger extrastark<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Auch ich trug damals eine alte, dun\u00adkel\u00adblaue, viel zu gro\u00ad\u00dfe, soge\u00adnann\u00adte Ski-Hose, die mei\u00adnem Vater geh\u00f6r\u00adte, der kein Sol\u00addat gewe\u00adsen war, son\u00addern die Kriegs\u00adjah\u00adre unter\u00adta\u00adge arbei\u00adte\u00adte um das Kup\u00adfer abzu\u00adbau\u00aden, wel\u00adches \u00fcber\u00adta\u00adge, mit Zinn gestreckt, vom Ural bis zum Atlan\u00adtik \u00fcber das Land ver\u00adstreut wur\u00adde. Mei\u00adne Dun\u00adkel\u00adblaue wur\u00adde von einem G\u00fcr\u00adtel am Her\u00adab\u00adfal\u00adlen gehin\u00addert und der Hin\u00adtern hing sehr weit unter den Knie\u00adkeh\u00adlen. 1952\/\u200b53 sah man damit genau so l\u00e4cher\u00adlich aus, wie heu\u00adte, wo sol\u00adcher\u00adart Hosen schon lan\u00adge hipp sind. Hopp her.<br>Ril\u00adle, einer mei\u00adner Kin\u00adder\u00adkum\u00adpel, hat\u00adte genau das\u00adsel\u00adbe Pro\u00adblem der zu wei\u00adten Hose. Er aller\u00addings lie\u00df die Sei\u00adne tra\u00adgen \u2013 von Hosen\u00adtr\u00e4\u00adgern. Die\u00adse waren Wehr\u00admachts\u00adgut und tru\u00adgen auf den Nickel-Ver\u00adstell-Din\u00adgern eine Pr\u00e4\u00adgung:<strong> EXTRA STARK<\/strong> (der Patent\u00adver\u00admerk befand sich auf der R\u00fcck\u00adsei\u00adte: D.R.P.) Und sie waren nicht nur extrastark, son\u00addern mit einem knap\u00adpen Vier\u00adtel\u00adme\u00adter auch noch extra\u00adbreit.<br>Ril\u00adle und ich waren am soge\u00adnann\u00adten <em>Kriegs\u00adgra\u00adben<\/em> unter\u00adwegs und klet\u00adter\u00adten von dort auf die Hal\u00adde des <em>Edu\u00adard\u00adschach\u00adtes<\/em>. Wir stro\u00admer\u00adten gern hier oben auf den <em>Hoh\u00adlen<\/em> rings um Siers\u00adle\u00adben her\u00adum und such\u00adten nach <em>Fisch\u00adab\u00addr\u00fc\u00adcken. <\/em>Dazu spal\u00adte\u00adten wir uns geeig\u00adnet erschei\u00adnen\u00adde Schie\u00adfer\u00adplat\u00adten um auf deren Spalt\u00adfl\u00e4\u00adchen nach Abdr\u00fc\u00adcken von Fos\u00adsi\u00adli\u00aden zu fahn\u00adden, die so sel\u00adten nicht waren. Die Sch\u00f6ns\u00adten davon sta\u00adpel\u00adten wir zu Hau\u00adse, wo schon ande\u00adre, vom Vater von unter\u00adta\u00adge mit\u00adge\u00adbrach\u00adte Stei\u00adne und Mine\u00adra\u00adli\u00aden in Kis\u00adten lager\u00adten.<br>Wir stro\u00admer\u00adten zwi\u00adschen alten Stel\u00adlun\u00adgen und Unter\u00adst\u00e4n\u00adden der Wehr\u00admacht her\u00adum, als Ril\u00adle begann, meh\u00adre\u00adre H\u00e4n\u00adde\u00advoll Gras aus\u00adzu\u00adrup\u00adfen, sich in einem Unter\u00adstand einen Platz aus\u00adzu\u00adsu\u00adchen, um das zu tun, was wir <em>abprot\u00adzen<\/em> nann\u00adten. Die\u00adsen Aus\u00addruck hat\u00adten wir von Kriegs\u00adteil\u00adneh\u00admern auf\u00adge\u00adschnappt (er war auch sp\u00e4\u00adter, als ich in der NVA dien\u00adte, immer noch gebr\u00e4uch\u00adlich).<br>Ril\u00adle protz\u00adte also ab und begann, das abge\u00adris\u00adse\u00adne Gras sei\u00adnem beab\u00adsich\u00adtig\u00adten Ver\u00adwen\u00addungs\u00adzweck zuzu\u00adf\u00fch\u00adren. Fer\u00adtig.<br><br>Er stand er auf und griff mit sei\u00adnen H\u00e4n\u00adden kreuz\u00adwei\u00adse zu den H\u00fcf\u00adten, um die Hosen\u00adtr\u00e4\u00adger zu fas\u00adsen und sie \u00fcber sei\u00adne Schul\u00adtern zu heben. Allein \u2013 die extra\u00adbrei\u00adten <em>Extrastar\u00adken<\/em> woll\u00adten nicht und Ril\u00adle mu\u00df\u00adte kr\u00e4f\u00adti\u00adger an ihnen zie\u00adhen. Was er dabei nicht bemerk\u00adte, war, da\u00df er mit dem Schuh\u00adab\u00adsatz auf einem der Extra\u00adbrei\u00adten stand. Ril\u00adle, du bist ein Dutz!<br>Durch Reden mit mir abge\u00adlenkt, zerr\u00adte er an den Gum\u00admis und schaff\u00adte es schlie\u00df\u00adlich, sie unter sei\u00adnem Schuh her\u00advor\u00adzu\u00adrei\u00ad\u00dfen. Flipp \u2013 Die Hosen\u00adtr\u00e4\u00adger schnell\u00adten mit dop\u00adpel\u00adter Schall\u00adge\u00adschwin\u00addig\u00adkeit hoch, wobei sie eine Ladung des\u00adsen mit nach oben ris\u00adsen, wel\u00adches Ril\u00adle unbe\u00admerkt und unge\u00adwollt auf einem der Tr\u00e4\u00adger abge\u00adlegt hat\u00adte. Klatsch! \u2013 Ril\u00adles Wan\u00adge und Hals sahen aus, wie fri\u00adscher Lehm\u00adputz und sein Ohr war bis hin zum Trom\u00admel\u00adfell ver\u00adstopft. Ger\u00fcch\u00adte, wonach auch aus dem ande\u00adren Ohr ein klei\u00adnes W\u00fcrst\u00adchen her\u00advor\u00adlug\u00adte, kann ich nicht best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"der-falsche-ewester\"><a name=\"I\"><\/a>Der falsche Ewester<\/h4>\n\n\n\n<p>So gut wie alle \u00fcber Land f\u00fch\u00adren\u00adde Stra\u00ad\u00dfen und Wege rings um Siers\u00adle\u00adben waren von Obstb\u00e4u\u00admen ges\u00e4umt: Etwas sel\u00adte\u00adner \u00c4pfel und Bir\u00adnen, etwas mehr Pflau\u00admen und am h\u00e4u\u00adfigs\u00adten Kir\u00adschen. Die\u00adse B\u00e4u\u00adme konn\u00adten von den Gemein\u00adden als Ein\u00adzel\u00adex\u00adem\u00adplar oder auch gleich stra\u00dfen\u2011, oder kilo\u00adme\u00adter\u00adwei\u00adse gegen einen gerin\u00adgen Obo\u00adlus gepach\u00adtet wer\u00adden. Kurz nach dem Krieg war die Pacht der Pracht beson\u00adders begehrt, ver\u00adsprach doch der Ver\u00adkauf der Ern\u00adte eine beacht\u00adli\u00adche Auf\u00adsto\u00adckung des ver\u00adf\u00fcg\u00adba\u00adren Bud\u00adgets \u2013 wenn auch nur w\u00e4h\u00adrend der Ern\u00adte\u00adzeit. Aber auch damals waren bereits die rich\u00adti\u00adgen Bezie\u00adhun\u00adgen erfor\u00adder\u00adlich, um sich als <em>Ewes\u00adter<\/em> (\u00d6bs\u00adter) bezeich\u00adnen zu k\u00f6n\u00adnen \u2013 Die Bezeich\u00adnung, mit der die P\u00e4ch\u00adter umgangs\u00adsprach\u00adlich bezeich\u00adnet wur\u00adden.<br>Unter uns Kin\u00adder gras\u00adsier\u00adte die pure Angst vor den Ewes\u00adtern. Sie gal\u00adten als heim\u00adt\u00fcckisch und kin\u00adder\u00adver\u00adpr\u00fc\u00adgelnd, vater\u00adpet\u00adzend und poli\u00adzeidro\u00adhend. Und das nur, weil man sich einen Mund, nun gut, man\u00adchmal auch meh\u00adre\u00adre M\u00fcn\u00adder voll Kir\u00adschen g\u00f6nn\u00adte. Na ja, hin und wie\u00adder stopf\u00adte man ein paar Pfund Kir\u00adschen zus\u00e4tz\u00adlich unter das Hemd; aber das war ja nur ein klei\u00adnes Kin\u00adder\u00adhemd. Und die Stra\u00adfe folg\u00adte sowie\u00adso auf dem Abtritt. \u00d6bs\u00adter ver\u00adsteck\u00adten sich oft, um erst dann aus ihrem Ver\u00adsteck zu bre\u00adchen, wenn man rela\u00adtiv aus\u00adweg- und hilf\u00adlos auf sei\u00adnem Baum festsa\u00df.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Zum Bewa\u00adchen ihrer B\u00e4u\u00adme hat\u00adten die meis\u00adten \u00d6bs\u00adter einen Sch\u00e4\u00adfer\u00adkar\u00adren oder einen Bau\u00adwa\u00adgen am Stra\u00ad\u00dfen\u00adrand auf\u00adge\u00adstellt, in denen sie w\u00e4h\u00adrend der Ern\u00adte\u00adzeit ihre Tage und auch die N\u00e4ch\u00adte ver\u00adbrach\u00adten. Im Innern der Wagen sta\u00adpel\u00adten sich K\u00f6r\u00adbe, eine Waa\u00adge, Korb\u00adha\u00adken, S\u00e4gen, rote Warn\u00adflag\u00adgen f\u00fcr auf\u00adge\u00adstell\u00adte Lei\u00adtern und wei\u00adte\u00adres Werk\u00adzeug; die Lei\u00adtern selbst lagen neben dem Wagen im Stra\u00ad\u00dfen\u00adgra\u00adben. Hat\u00adte man Ver\u00adlan\u00adgen, das Obst zu kos\u00adten, war es ange\u00adbracht vor\u00adher den Wagen genau\u00ades\u00adtens zu inspi\u00adzie\u00adren. Dr\u00e4ng\u00adte sich Ziga\u00adret\u00adten- oder Pfei\u00adfen\u00adqualm aus den Rit\u00adzen? Schnarch\u00adte je\u00admand? Lehn\u00adte in der N\u00e4he irgend\u00adwo ein Fahr\u00adrad? Wenn alles frei von Gefahr schien, waren wir Dorf\u00adben\u00adgel eins-zwei-drei auf dem Baum. Manch\u00admal aber war der \u00d6bs\u00adter schlau\u00ader als wir, lie\u00df uns auf den Baum klet\u00adtern und war dann schnel\u00adler aus dem H\u00e4us\u00adchen auf R\u00e4dern als wir von den B\u00e4u\u00admen. Da half es auch nicht, wenn wir \u00bb<em>Mund\u00adraub, Mund\u00adraub<\/em>\u00ab schrien \u2011so, wie wir es aus den Kriegserz\u00e4h\u00adlungen unse\u00adrer V\u00e4ter ver\u00adstan\u00adden zu haben glaub\u00adten- man wur\u00adde durch\u00adge\u00adpr\u00fc\u00adgelt. An solch einer \u00d6bs\u00adter\u00adbu\u00adde kam eines Tages mein Vater mit sei\u00adnem Fahr\u00adrad vor\u00adbei (da\u00df die Sil\u00adber\u00adhoch\u00adzeit mei\u00adner Eltern bevor\u00adstand, hat an die\u00adser Stel\u00adle nicht viel zu sagen, man braucht ja nicht unbe\u00addingt <em>nas\u00adsen Kuchen<\/em> zur Fei\u00ader). Genau neben dem Wagen pfiff die Luft aus einem Fahr\u00adrad\u00adrei\u00adfen, so da\u00df Vater seuf\u00adzend ab\u00adsteigen mu\u00df\u00adte, um Luft nachzupumpen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/1861_ein_thaler-kl-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/1861_ein_thaler-kl-1.jpg\" alt=\"ein thaler belohnung\" class=\"wp-image-8089\" srcset=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/1861_ein_thaler-kl-1.jpg 600w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/1861_ein_thaler-kl-1-315x420.jpg 315w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/1861_ein_thaler-kl-1-113x150.jpg 113w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/1861_ein_thaler-kl-1-60x80.jpg 60w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schon damals 1861: Einen Tha\u00adler Beloh\u00adnung \u2026 (Wochen\u00adblatt Mansf. Gebirgs-Kreis)<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Er klopf\u00adte laut an den \u00d6bs\u00adter\u00adwa\u00adgen um nach einer Luft\u00adpum\u00adpe zu fra\u00adgen \u2013 allein, es ward ihm nicht auf\u00adge\u00adtan.<br>Aus Lan\u00adge\u00adwei\u00adle \u2013 er mu\u00df\u00adte nun auf die Luft\u00adpum\u00adpe eines vor\u00adbei\u00adkom\u00admen\u00adden Rad\u00adfah\u00adresr war\u00adten, was in die\u00adser ein\u00adsa\u00admen Gegend schon etwas dau\u00adern konn\u00adte- stell\u00adte er eine Lei\u00adter an einen Pflau\u00admen\u00adbaum und begann einen Korb mit blau\u00aden Bau\u00adern\u00adpflau\u00admen zu f\u00fcl\u00adlen. Pl\u00f6tz\u00adlich, mit\u00adten im Pfl\u00fc\u00adcken h\u00f6r\u00adte Vater ein \u00bb<em>Gl\u00fcck Auf Kam\u2019rad!<\/em>\u00ab, das ihn fast von der Lei\u00adter st\u00fcr\u00adzen lie\u00df. Aber der so Gr\u00fc\u00ad\u00dfen\u00adde fuhr be\u00adreits fort und frag\u00adte Vater, ob er ihm nicht einen Obst\u00adbaum verpach\u00adten k\u00f6n\u00adne, wo er doch die gan\u00adze Stra\u00ad\u00dfe habe? Aber ja doch Kam\u2019rad, ger\u00adne ver\u00adpachte er einen Baum wei\u00adter; er sol\u00adle sich ein\u00adfach einen aus\u00adsu\u00adchen und eine Lei\u00adter k\u00f6n\u00adne er sich auch neh\u00admen. Was der Baum kos\u00adten sol\u00adle? Naaa, sagen wir mal drei Mark; er m\u00f6ge das Geld ein\u00adfach unter der T\u00fcr des Wagens durch\u00adschie\u00adben, er selbst k\u00f6n\u00adne jetzt nicht von der Lei\u00adter, weil er einen Schei\u00df\u00adkrampf in der Wade (<em>in\u2019n Gno\u00adchen<\/em>) habe.<br>Nach\u00addem der Fra\u00adger drei Mark unter der Wagen\u00adt\u00fcr durch\u00adge\u00adscho\u00adben hat\u00adte und sich anschick\u00adte einen Baum aus\u00adzu\u00adsu\u00adchen, dreh\u00adte Vater sei\u00adnen Kopf wie\u00adder in die Nor\u00admal\u00adla\u00adge, denn w\u00e4h\u00adrend des Gespr\u00e4\u00adches hat\u00adte er ihn immer ein wenig \u2011wie ein Huhn- nach oben zwi\u00adschen die Bl\u00e4t\u00adter gedreht, um ein even\u00adtu\u00adell sp\u00e4\u00adter not\u00adwen\u00addig wer\u00adden\u00addes Erken\u00adnen zu erschwe\u00adren. Der Korb war schnell gef\u00fcllt und Vater stieg wie\u00adder von der Lei\u00adter. Unten ange\u00adkom\u00admen, stell\u00adte er fest, da\u00df der Luft\u00adver\u00adlust des Fahr\u00adrad\u00adrei\u00adfens sooo schwer\u00adwie\u00adgend nun doch nicht war, so da\u00df er ver\u00adsuch\u00adte, ob er wei\u00adter\u00adfah\u00adren k\u00f6n\u00adne. Es ging ziem\u00adlich gut, und sehr gut schmeck\u00adte eini\u00adge Zeit sp\u00e4\u00adter auch der Pflau\u00admen\u00adku\u00adchen zur Silberhochzeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"burstenbinder-in-not\"><a name=\"II\"><\/a>B\u00fcrstenbinder in&nbsp;Not<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Blind und mit weg\u00adge\u00adschos\u00adse\u00adnem Mund\u00adwin\u00adkel war er aus Ru\u00df\u00adland nach Hau\u00adse in die Ver\u00adbin\u00addungs\u00adstra\u00ad\u00dfe zur\u00fcck\u00adge\u00adkom\u00admen und als ob das nicht gen\u00fcg\u00adte, ver\u00adrot\u00adte\u00adte auch noch sein rech\u00adter Arm auf dem Feld der Ehre. Da war das bi\u00df\u00adchen Tuber\u00adku\u00adlo\u00adse fast schon nicht mehr der Rede wert, deret\u00adwe\u00adgen er auf <em>Schloss Ram\u00admel\u00adburg<\/em> im Rekon\u00adva\u00adles\u00adzenz war.<br>M\u00fch\u00adsam tas\u00adtend erlern\u00adte er, in vie\u00adle win\u00adzi\u00adge L\u00f6\u00adcher fer\u00adtig geschnit\u00adte\u00adner Holz\u00adbl\u00f6cke mit Hil\u00adfe einer ein\u00adfa\u00adchen Maschi\u00adne und tas\u00adten\u00adder Fin\u00adger\u00adspit\u00adzen klei\u00adne B\u00fcn\u00addel von Bors\u00adten ein\u00adzu\u00adzie\u00adhen. Bevor er als hal\u00adbier\u00adter Mensch aus dem Feld zur\u00fcck\u00adkehr\u00adte, arbei\u00adte\u00adte er als Zim\u00admer\u00adling unter\u00adta\u00adge und war den Umgang mit S\u00e4ge und Beil als Brot\u00ader\u00adwerb gew\u00f6hnt.<br>Sei\u00adne der\u00adart gefer\u00adtig\u00adten Besen, B\u00fcrs\u00adten und Hand\u00adfe\u00adger hol\u00adte ein\u00admal in der Woche ein Motor\u00adrad\u00adfah\u00adrer ab, wel\u00adcher aller\u00addings sei\u00adne bei\u00adden Augen noch hat\u00adte. Die\u00adser Motor\u00adrad\u00adfah\u00adrer trug eine fesche leder\u00adne Auto\u00adkappe, wel\u00adche beid\u00adsei\u00adtig je eine klei\u00adne Lasche mit Druck\u00adknopf besa\u00df, mit des\u00adsen Hil\u00adfe die Lasche eini\u00adge ein\u00adge\u00adstanz\u00adte L\u00f6cher \u00fcber den Ohren ver\u00addeckt wer\u00adden konn\u00adten und eine rie\u00adsi\u00adge Wehr\u00admachts-Schutz\u00adbril\u00adle. Bei Regen\u00adwet\u00adter tausch\u00adte er die Schutz\u00adbril\u00adle gegen eine Regen\u00adbrille aus.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tbc-heilst-schloss-rammelburg.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"606\" height=\"860\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tbc-heilst-schloss-rammelburg-606x860.jpg\" alt=\"tbc-heilst\u00e4tte-schloss-rammelburg\" class=\"wp-image-7984\" srcset=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tbc-heilst-schloss-rammelburg-606x860.jpg 606w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tbc-heilst-schloss-rammelburg-296x420.jpg 296w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tbc-heilst-schloss-rammelburg-106x150.jpg 106w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tbc-heilst-schloss-rammelburg-56x80.jpg 56w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/tbc-heilst-schloss-rammelburg.jpg 687w\" sizes=\"auto, (max-width: 606px) 100vw, 606px\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">TBC-Heil\u00adst\u00e4t\u00adte Schloss-Rammelburg<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Er hat\u00adte sich die\u00adse aus zwei Kaf\u00adfeesieben und eini\u00adgen \u2011von einem Fahr\u00adrad\u00adschlauch abge\u00adschnit\u00adte\u00adnen Gum\u00admi\u00adrin\u00adgen- selbst gebas\u00adtelt und sah damit wie eine Mons\u00adter-Flie\u00adge aus.<br>Der Flie\u00adgen\u00admann kam stets auf einer ur-rus\u00adsi\u00adschen <em>Molo\u00adtow<\/em>; ein Mili\u00adt\u00e4r\u00adkraft\u00adrad mit R\u00fcck\u00adw\u00e4rts\u00adgang und fest\u00adstell\u00adba\u00adrer Brem\u00adse, an das ein Las\u00adten-Sei\u00ad\u00adten\u00adwa\u00adgen \u2011gro\u00df wie drei Eisen\u00adbahn\u00adwag\u00adgons- mon\u00adtiert war. Die\u00adses Gescho\u00df ver\u00adur\u00adsach\u00adte einen unglaub\u00adli\u00adchen L\u00e4rm, wenn es wie ein Pan\u00adzer die <em>Verbindungsstra\u00ad\u00dfe<\/em> berat\u00adter\u00adte. Die Dorf\u00adhun\u00adde streck\u00adten ent\u00adwe\u00adder ihre schwar\u00adzen und brau\u00adnen Steckdosen\u00adnasen un\u00adter den Hof\u00adt\u00fc\u00adren her\u00advor und kl\u00e4ff\u00adten wie toll oder sie ver\u00adkro\u00adchen sich jau\u00adlend in den hin\u00adters\u00adten Hof\u00adecken.<br>Ru\u00dfend, vibrie\u00adrend, damp\u00adfend und knal\u00adlend blieb die Teufels\u00admaschine vor dem Haus des blin\u00adden B\u00fcrs\u00adten\u00adma\u00adchers ste\u00adhen. Der k\u00fch\u00adne Pilot ver\u00adschwand mit B\u00fcn\u00addeln von Holz\u00adroh\u00adlin\u00adgen im Haus\u00adflur des B\u00fcrs\u00adten\u00admanns und kam nach weni\u00adgen Minu\u00adten mit des\u00adsen Arbeits\u00ader\u00adgeb\u00adnis\u00adsen einer Woche zur\u00fcck, die er im Seiten\u00adwagen der M\u00f6r\u00adder-Molo\u00adtow ver\u00adstau\u00adte. Der St\u00fcck\u00adlohn ver\u00adschwand in der Tasche des Blinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Klaus, einer mei\u00adner dama\u00adli\u00adgen Spiel\u00adka\u00adme\u00adra\u00adden, war der Sohn die\u00adses blin\u00adden B\u00fcrs\u00adten\u00adma\u00adchers. Ich benei\u00adde\u00adte ihn unge\u00admein, weil er einen Auto\u00adrei\u00adfen besa\u00df, den er mit einem Kn\u00fcp\u00adpel geschickt \u00fcber die Stra\u00ad\u00dfen unse\u00adres Dor\u00adfes trieb \u2013 die\u00adser Ange\u00adber. Wir spielt\u00adne oft Bus, bei dem ich mit einem Kin\u00adder\u00adwa\u00adgen\u00adrad vor mei\u00adnem Bauch der Bus\u00adfah\u00adrer und er ein Rad war. Hin und wie\u00adder spiel\u00adten wir auch <em>Ami und Rus\u00adse<\/em> auf den Schat\u00adten\u00admo\u00adrel\u00adlen\u00adb\u00e4u\u00admen hin\u00adter unse\u00adrem Haus in der <em>Klos\u00adter\u00admans\u00adfel\u00adder Stra\u00ad\u00dfe<\/em>. Das Spiel bestand \u2011nicht ganz den Rea\u00adli\u00adt\u00e4\u00adten des Krie\u00adges ent\u00adspre\u00adchend- dar\u00adin, da\u00df ein auf dem Baum sit\u00adzen\u00adder <em>Ami<\/em> mit Stei\u00adnen und Lehm\u00adklum\u00adpen den am Boden sich ver\u00adtei\u00addi\u00adgen\u00adden <em>Rus\u00adsen<\/em> bom\u00adbar\u00addier\u00adte, w\u00e4h\u00adrend die\u00adser mit den\u00adsel\u00adben Geschos\u00adsen ver\u00adsuch\u00adte, den Geg\u00adner vom Baum zu schie\u00ad\u00dfen (zu <em>fla\u00adken<\/em>); immer gewann der auf dem Boden Agie\u00adren\u00adde. Wenn wir uns gen\u00fc\u00adgend bekriegt hat\u00adten, brie\u00adten wir gemein\u00adsam eine Kar\u00adtof\u00adfel auf einem klei\u00adnen Mili\u00adt\u00e4r-Feld\u00adofen, der wie ein rich\u00adti\u00adger, gro\u00ad\u00dfer K\u00fcchen\u00adherd kon\u00adstru\u00adiert war.<br>Eines Tages, im Eifer des Spie\u00adles, ver\u00adga\u00df mein Kum\u00adpel Klaus, recht\u00adzei\u00adtig nach Hau\u00adse zu gehen, um, wie \u00fcblich, sei\u00adnen Vater zum Spa\u00adzier\u00adgang zu f\u00fch\u00adren. Die\u00adse G\u00e4n\u00adge waren not\u00adwen\u00addig, damit er die Wege im Dorf neu ken\u00adnen\u00adler\u00adne.<br>Sei\u00adne Lin\u00adke war, ob des aus\u00adschlie\u00df\u00adli\u00adchen Gebrauchs, noch kr\u00e4f\u00adti\u00adger als je zuvor, wie Klaus auf\u00adgrund sei\u00adner Ver\u00adsp\u00e4\u00adtung schmerz\u00advoll sp\u00fcr\u00adte. Er f\u00fchr\u00adte den Vater auf dem <em>Thon\u00addor\u00adfer Weg<\/em> zwi\u00adschen den \u00c4ckern der damals noch exis\u00adtierenden <em>werkt\u00e4\u00adtigen Ein\u00adzel\u00adbau\u00adern <\/em>bis an die Glei\u00adse der <em>Schacht\u00adbahn<\/em>.<br>Grau\u00adsam lis\u00adtig f\u00fchr\u00adte <em>Klaus mit der bren\u00adnen\u00adden Wan\u00adge<\/em> sei\u00adnen blin\u00adden Vater an einer Gabe\u00adlung auf den fal\u00adschen Pfad und lie\u00df ihn nach einem St\u00fcck Weges mit einem \u00bb<em>So, das hast Du nun davon<\/em>\u00ab im kn\u00f6\u00adcheltiefen Schnee ste\u00adhen und rann\u00adte davon. Erst nach gerau\u00admer Zeit wur\u00adde der im Dun\u00adkel des Win\u00adter\u00adnach\u00admit\u00adta\u00adges her\u00adum\u00adir\u00adren\u00adde Blin\u00adde gefun\u00adden und nach Hau\u00adse gef\u00fchrt. Etwas mehr Zeit ben\u00f6\u00adtig\u00adte Klaus, um wie\u00adder mit mir Ami und Rus\u00adse zu spie\u00adlen.<br>Irgend\u00adwann waren Klaus und sei\u00adne Eltern \u00fcber Nacht ver\u00adschwun\u00adden; sie waren <em>r\u00fcber\u00adge\u00admacht<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"hoyers-holzbein\"><a name=\"III\"><\/a>Hoyers Holzbein<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:75%\">\n<p>Der alte, gigan\u00adti\u00adsche <em>B\u00fcs\u00adsing<\/em>-Bus mit der 230 Meter lan\u00adgen Motor\u00adhau\u00adbe und einer sechs Kilo\u00adme\u00adter lan\u00adgen Die\u00adsel\u00adfah\u00adne schlepp\u00adte von Eis\u00adle\u00adben kom\u00admend sei\u00adnen voll besetz\u00adten Per\u00adso\u00adnen\u00adan\u00adh\u00e4n\u00adger in gef\u00fchl\u00adten zwei Stun\u00adden den <em>Lan\u00adgen Berg<\/em> hin\u00adauf.<br>Vorn in der Zug\u00adma\u00adschi\u00adne hock\u00adte einer der Pas\u00adsa\u00adgie\u00adre schla\u00adfend auf sei\u00adnem Sitz. Alle drei \u2013 Bus, H\u00e4n\u00adger und Pas\u00adsa\u00adgier \u2013 waren bre\u00adchend voll. Der Schla\u00adfen\u00adde hat\u00adte sein rech\u00adtes, lee\u00adres Hosen\u00adbein mit einer Sicher\u00adheits\u00adna\u00addel oben am Hosen\u00adbund fest\u00adgena\u00addelt \u2013 das eigent\u00adlich in das Bein geh\u00f6\u00adren\u00adde Bein wur\u00adde ihm in den Arden\u00adnen abge\u00adquetscht und ist inzwi\u00adschen l\u00e4ngst ver\u00admo\u00addert; der Krieg ist seit etwa acht, neun Jah\u00adren zu Ende. Sein Ersatz\u00adbein, aus fes\u00adtem, sch\u00f6n lackier\u00adtem Holz gefer\u00adtigt, schla\u00adcker\u00adte in der letz\u00adten Zeit beim Gehen seit\u00adlich hin und her. Das war zwar sau\u00adko\u00admisch, aber nicht f\u00fcr ihn und es war der eigent\u00adli\u00adche Grund, in die Kreis\u00adstadt nach Eis\u00adle\u00adben zu fah\u00adren, um es dort beim Ortho\u00adp\u00e4\u00addie\u00admeis\u00adter zur Repa\u00adra\u00adtur abzugeben.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:25%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/38buessing-nag650tu_145ps6zyl1985.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"739\" height=\"523\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/38buessing-nag650tu_145ps6zyl1985.jpg\" alt=\"38buessing-nag650tu_145ps6zyl1985\" class=\"wp-image-7978\" srcset=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/38buessing-nag650tu_145ps6zyl1985.jpg 739w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/38buessing-nag650tu_145ps6zyl1985-420x297.jpg 420w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/38buessing-nag650tu_145ps6zyl1985-150x106.jpg 150w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/38buessing-nag650tu_145ps6zyl1985-113x80.jpg 113w\" sizes=\"auto, (max-width: 739px) 100vw, 739px\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Nah\u00adver\u00adker Eis\u00adle\u00adben-Siers\u00adle\u00adben-Hett\u00adstedt mit Buessing-Bussen<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Danach \u2011um sich die Zeit bis zur R\u00fcck\u00adfahrt zu ver\u00adk\u00fcr\u00adzen- steu\u00ader\u00adte er auf sei\u00adnen Ach\u00adsel\u00adkr\u00fc\u00adcken <em>Hem\u00admel<\/em> <em>L\u00fct\u00adtichs<\/em> Knei\u00adpe an. Er trank ein Bier\u00adchen und ein K\u00f6rn\u00adchen und viel\u00adleicht noch\u00admal das\u00adsel\u00adbe \u2013 wer wei\u00df. Viel\u00adleicht a\u00df er ja auch noch ein <em>durch\u00ades<\/em> St\u00fcck vom Pferd. Er schien satt zu sein, voll sowie\u00adso \u2013 daf\u00fcr war er bekannt in Siers\u00adle\u00adben.<br>Der Bus n\u00e4\u00adherte sich Siers\u00adle\u00adben und eini\u00adge Pas\u00adsa\u00adgie\u00adre, die aus\u00adstei\u00adgen woll\u00adten, dr\u00e4ng\u00adten sich bereits durch den \u00fcber\u00adf\u00fcll\u00adten Bus in die N\u00e4he der Bus\u00adt\u00fc\u00adren. Da auf dem Dorf Jeder Jeden kennt, r\u00fct\u00adtel\u00adte beim Halt des Bus\u00adses ein Aus\u00adstei\u00adgen\u00adder den Schla\u00adfen\u00adden, der erschreckt auf\u00adfuhr und sich erhe\u00adben woll\u00adte. Das aber ging nicht so ein\u00adfach: Das eine Bein war weit ent\u00adfernt in einer Werk\u00adstatt und das ande\u00adre, das er bei sich f\u00fchr\u00adte, war ihm ein\u00adge\u00adschla\u00adfen, hin\u00adzu kam die genuss\u00adbe\u00adding\u00adte Stand\u00adun\u00adsi\u00adcher\u00adheit. Er war schlicht und ein\u00adfach nicht imstan\u00adde sich zu erhe\u00adben, geschwei\u00adge denn zur T\u00fcr zu gelan\u00adgen. Ver\u00adzwei\u00adfelt ver\u00adsuch\u00adte er den Sitz zu ver\u00adlas\u00adsen und sein lau\u00adtes Lamen\u00adtie\u00adren f\u00fchr\u00adte letzt\u00adlich dazu, da\u00df er von kr\u00e4f\u00adti\u00adgen Kum\u00adpel\u00adar\u00admen \u00fcber die K\u00f6p\u00adfe der Pas\u00adsa\u00adgie\u00adre hin\u00adweg wie ein zusam\u00admen\u00adge\u00adroll\u00adter Tep\u00adpich zur T\u00fcr durch\u00adge\u00adreicht wur\u00adde. Sein kr\u00e4f\u00adti\u00adges Flu\u00adchen ging im tosen\u00adden Gel\u00e4ch\u00adter unter und im Nu fand er sich im Frei\u00aden, auf dem Bord\u00adstein sit\u00adzend, wie\u00adder. Die dr\u00e4n\u00adgeln\u00adden ein\u00adstei\u00adgen\u00adden Pas\u00adsa\u00adgie\u00adre nah\u00admen nicht zur Kennt\u00adnis, da\u00df der Ein\u00adbei\u00adni\u00adge inzwi\u00adschen sei\u00adne im Gep\u00e4ck\u00adnetz des Bus\u00adses noch lie\u00adgen\u00adden Ach\u00adsel\u00adkr\u00fc\u00adcken ver\u00admi\u00df\u00adte und wie ein Ber\u00adser\u00adker fluch\u00adte. Mit qual\u00admen\u00addem Aus\u00adpuff schau\u00adkel\u00adte der Bus inzwi\u00adschen in Rich\u00adtung <em>Hett\u00adstedt<\/em> wei\u00adter.<br>So kam es, da\u00df der Ein\u00adbei\u00adni\u00adge \u2011an den W\u00e4n\u00adden der H\u00e4u\u00adser, die den Dorf\u00adplatz umstan\u00adden, ent\u00adlang h\u00fcp\u00adfend- der gegen\u00ad\u00fcber\u00adlie\u00adgen\u00adden Knei\u00adpe <em>Fleisch\u00adau\u00ader<\/em> zustreb\u00adte (die er sp\u00e4\u00adter f\u00fcr zwei Jah\u00adre pach\u00adte\u00adte, aber, da er selbst sein bes\u00adter Kun\u00adde war \u2026 usw), wo sei\u00adne Zech\u00adbr\u00fc\u00adder ob sei\u00adnes w\u00fcten\u00adden Berich\u00adtes laut wie\u00adher\u00adten. Hier, unter Freun\u00adden, sp\u00fcl\u00adte er sei\u00adnen Zorn hin\u00adun\u00adter.<br>Zur Poli\u00adzei\u00adstun\u00adde orga\u00adni\u00adsier\u00adte die Trink\u00adge\u00admein\u00adschaft den Heim\u00adtransport des nun nicht mehr des H\u00fcp\u00adfens f\u00e4hi\u00adgen Ein\u00adbei\u00adners: Sie stell\u00adten ihn ein\u00adfach auf eine Sack\u00adkar\u00adre, wel\u00adche f\u00fcr die schwe\u00adren, damals aus Holz oder Zink gefer\u00adtig\u00adten und 25 oder 30 Fla\u00adschen fas\u00adsen\u00adden Bier\u00adk\u00e4s\u00adten gedacht war und rat\u00adter\u00adten mit&nbsp;ihm \u00fcber das Kopf\u00adstein\u00adpflas\u00adter der schma\u00adlen <em>Fried\u00adrich\u00adstra\u00ad\u00dfe<\/em>, den soge\u00adnann\u00adten<em> Schin\u00adgerg\u00adrahm<\/em> (Schin\u00adder\u00adgra\u00adben), nach&nbsp;Hause.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"das-schwein-im-keller\"><a name=\"IV\"><\/a>Das Schwein im Keller<\/h4>\n\n\n\n<p>Mut\u00adter berei\u00adte\u00adte das Abend\u00adessen vor, als es gegen die geschlos\u00adse\u00adnen Fens\u00adter\u00adl\u00e4\u00adden klopf\u00adte und wir Gro\u00df\u00adva\u00adters Rufen h\u00f6r\u00adten. Was ist wohl pas\u00adsiert?&nbsp; Wes\u00adhalb wohl nimmt Opa bei die\u00adsem Wet\u00adter den Weg auf sich? Mut\u00adter schlo\u00df die Haus\u00adt\u00fcr auf, Opa nahm einen Kar\u00adtof\u00adfel\u00adsack, der als Regen\u00adschutz dien\u00adte und in der Art einer Kapu\u00adze Kopf, Schul\u00adtern und R\u00fccken bedeck\u00adte, ab, trat in die K\u00fcche, setz\u00adte sich. Vater stell\u00adte eine Fla\u00adsche Schacht\u00adschnaps auf den Tisch und mit knap\u00adper Ges\u00adte pros\u00adte\u00adten sie sich zu. Dann setz\u00adte Opa sei\u00adne Pfei\u00adfe mit dem bemal\u00adten Por\u00adzel\u00adlan\u00adkopf (Hund und J\u00e4ger) und dem durch\u00adl\u00f6\u00adcher\u00adten Nickel\u00adde\u00adckel in Brand und mei\u00adnem Vater das Pro\u00adblem aus\u00adein\u00adan\u00adder:<br>Der Gemein\u00adde\u00addie\u00adner \u2011von allen im Dorf nur <em>M\u00e4n\u00adne<\/em> genannt und bekannt daf\u00fcr, da\u00df er hin und wie\u00adder n\u00fcch\u00adtern war und ansons\u00adten mit einer bron\u00adze\u00adnen Hand\u00adglo\u00adcke durch das Dorf zog, um amt\u00adli\u00adche Bekannt\u00adma\u00adchun\u00adgen zu ver\u00adle\u00adsen- hat\u00adte sich in der Wirt\u00adschaft<em> Zur Erho\u00adlung<\/em> des Nach\u00adbar\u00addor\u00adfes ver\u00adplap\u00adpert. Er tute\u00adte eine \u00fcber\u00adra\u00adschend ange\u00adsetz\u00adte Vieh\u00adz\u00e4h\u00adlung in die\u00adsem Dorf f\u00fcr den n\u00e4chs\u00adten Tag in die Knei\u00adpen\u00adluft, was in der Fol\u00adge zu einem hef\u00adti\u00adgen St\u00fch\u00adle\u00adr\u00fc\u00adcken bei den G\u00e4s\u00adten des Lokals f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p>In jener Nach\u00adkriegs\u00adzeit wur\u00adden zwar in regel\u00adm\u00e4\u00ad\u00dfi\u00adgen Abst\u00e4n\u00adden Vieh\u00adz\u00e4h\u00adlun\u00adgen durch\u00adge\u00adf\u00fchrt, aller\u00addings wur\u00adden die\u00adse ange\u00adk\u00fcn\u00addigt. Man ben\u00f6\u00adtig\u00adte die\u00adsen \u00dcber\u00adblick zur Ein\u00adsch\u00e4t\u00adzung der Ern\u00e4h\u00adrungs\u00adsi\u00adtua\u00adti\u00adon. Zudem waren die Beh\u00f6r\u00adden in der Lage, gez\u00e4hl\u00adte Haus\u00adschwei\u00adne mit den im Jah\u00adres\u00adver\u00adlauf erfol\u00adgen\u00adden Anmel\u00addun\u00adgen von Haus\u00adschlach\u00adtun\u00adgen abzu\u00adglei\u00adchen. Auf&nbsp; die\u00adse Wei\u00adse konn\u00adten Schwarz\u00adschlach\u00adtun\u00adgen ein\u00adge\u00add\u00e4mmt wer\u00adden, denn ange\u00admel\u00adde\u00adte Haus\u00adschlach\u00adtun\u00adgen f\u00fchr\u00adten zum zeit\u00adlich begrenz\u00adten Bezugs\u00adver\u00adbot von Lebens\u00admit\u00adtel\u00adkar\u00adten f\u00fcr Fleisch und Fett, je nach Anzahl der Fami\u00adli\u00aden\u00admit\u00adglie\u00adder f\u00fcr meh\u00adre\u00adre Mona\u00adte. Wur\u00adde schwarz geschlach\u00adtet, bezog man die Kar\u00adten weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es galt also, Gro\u00df\u00adva\u00adters schwar\u00adzen L\u00e4u\u00adfer zu ver\u00adste\u00adcken.<br>Vater und Opa mach\u00adten sich auf den Weg in das Nach\u00adbar\u00addorf, um das arme Schwein aus der Gefah\u00adren\u00adzo\u00adne zu holen. Sie began\u00adnen, das Tier in einen Mal\u00adter\u00adsack zu ste\u00adcken, wel\u00adches aber nicht ohne M\u00fche zu bewerk\u00adstel\u00adli\u00adgen war. Auf einem Hand\u00adwa\u00adgen wur\u00adde die Fuh\u00adre den Weg zur\u00fcck gekarrt. Zu Hau\u00adse soll\u00adte Gro\u00df\u00adva\u00adters Schwein unse\u00adrem Gesell\u00adschaft leis\u00adten, bis die Z\u00e4h\u00adlung been\u00addet war. Beim Ent\u00adsa\u00adcken kam der L\u00e4u\u00adfer schnell auf sei\u00adne Bei\u00adne und im Schweins\u00adga\u00adlopp ging es in den Haus\u00adflur. Der aber besa\u00df einen geflies\u00adten Fu\u00df\u00adbo\u00adden\u2026<br>Und so kam es, da\u00df das R\u00fcs\u00adsel\u00adtier auf den Flie\u00adsen der zuf\u00e4l\u00adlig offen\u00adste\u00adhen\u00adden Kel\u00adler\u00adt\u00fcr ent\u00adge\u00adgen schlit\u00adter\u00adte und im Dun\u00adkel des Kel\u00adlers ver\u00adschwand. Die\u00adser Trep\u00adpen\u00adsturz tat dem armen Tier nicht gut; es ver\u00adletz\u00adte sich und quiek\u00adte laut. Es bestand die rea\u00adle Gefahr, da\u00df Nach\u00adbarn oder Stra\u00ad\u00dfen\u00adpas\u00adsan\u00adten \u2011es war schon sp\u00e4t in der Nacht- die\u00adses Quie\u00adken h\u00f6r\u00adten. Opa fl\u00f6\u00df\u00adte dem Schwein eine hal\u00adbe Fla\u00adsche Schacht\u00adschnaps ein um es zu beru\u00adhi\u00adgen, was auch gelang, aber nichts an der Not\u00adwen\u00addig\u00adkeit einer sofor\u00adti\u00adgen Schlach\u00adtung \u00e4nder\u00adte; es mu\u00df\u00adte ohne Ver\u00adzug unter das Mes\u00adser eines Flei\u00adschers, die es in jedem Dorf gab und die Haus\u00adschlach\u00adtun\u00adgen von Schwei\u00adnen neben ihrem eigent\u00adli\u00adchen Beruf durch\u00adf\u00fchr\u00adten. Mein Bru\u00adder wur\u00adde beauf\u00adtragt schnells\u00adtens den Flei\u00adcher St. her\u00adan\u00adzu\u00adschaf\u00adfen, wel\u00adcher auch rela\u00adtiv kurz\u00adfris\u00adtig mit sei\u00adnem gesam\u00adten Schlacht\u00adge\u00adschirr zu Hof\u00adt\u00fcr hereinklapperte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Eine Haus\u00adschlach\u00adtung in den f\u00fcnf\u00adzi\u00adger Jah\u00adren erfor\u00adder\u00adte wochen\u00adlan\u00adge Vor\u00adbe\u00adrei\u00adtun\u00adgen, damit es ein rich\u00adti\u00adges Schlach\u00adte\u00adfest wur\u00adde: Es galt zum Bei\u00adspiel bei\u00adzei\u00adten Ein\u00adweck\u00adrin\u00adge zu kau\u00adfen; allein das erfor\u00adder\u00adte meh\u00adre\u00adre Fahr\u00adten mit dem Lini\u00aden\u00adbus in die Kreis\u00adstadt. Aber man konn\u00adte nicht ein\u00adfach sagen: \u00bbIch m\u00f6ch\u00adte hun\u00addert Ein\u00adkoch\u00adgum\u00admis\u00ab, nein, in einem Kon\u00adsum- oder HO-Gesch\u00e4ft erfrag\u00adte man, was man m\u00f6ch\u00adte, also: \u00bbHamm S\u2019e Ein\u00adgoch\u00adjum\u00admis? \u00ab Wur\u00adde ver\u00adneint, kauf\u00adte man eben was ande\u00adres \u2013 je nach\u00addem was vor\u00adr\u00e4\u00adtig war: Druck\u00adkn\u00f6p\u00adfe, Schn\u00fcr\u00adsen\u00adkel oder Hal\u00adlo\u00adren\u00adku\u00adgeln und mu\u00df\u00adte es n\u00e4chs\u00adte Woche eben noch\u00admals ver\u00adsu\u00adchen. Wur\u00adde bejaht, dann bekam man zehn St\u00fcck oder zwan\u00adzig \u2013 je nachdem.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hausschlachtung-schwein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"860\" height=\"578\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hausschlachtung-schwein-860x578.jpg\" alt=\"hausschlachtung-schwein\" class=\"wp-image-7981\" srcset=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hausschlachtung-schwein-860x578.jpg 860w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hausschlachtung-schwein-420x282.jpg 420w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hausschlachtung-schwein-150x101.jpg 150w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hausschlachtung-schwein-119x80.jpg 119w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/hausschlachtung-schwein.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 860px) 100vw, 860px\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Haus\u00adschlach\u00adtung eines Schweins<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Der schwie\u00adrigs\u00adte Part der Vor\u00adbe\u00adrei\u00adtung bestand in der Besor\u00adgung von Gew\u00fcr\u00adzen. Salz war dabei das kleins\u00adte Pro\u00adblem und war auch ohne Lebens\u00admit\u00adtel\u00adkar\u00adten erh\u00e4lt\u00adlich. Majo\u00adran, Ros\u00adma\u00adrin, K\u00fcm\u00admel und ande\u00adre Kr\u00e4u\u00adter sowie Zwie\u00adbeln wur\u00adden im Schre\u00adber\u00adgar\u00adten gezo\u00adgen und waren auch ver\u00adf\u00fcg\u00adbar.&nbsp; Aber der Pfef\u00adfer\u2026 Um an ein hal\u00adbes Pfund zu gelan\u00adgen fuhr man am fr\u00fc\u00adhen Mor\u00adgen mit der Reichs\u00adbahn nach West\u00adber\u00adlin (Umstei\u00adgen in G\u00fcs\u00adten, Mag\u00adde\u00adburg und Griebnitz\u00adsee), um sp\u00e4t abends wie\u00adder auf dem hei\u00admi\u00adschen Bahn\u00adhof anzu\u00adkom\u00admen \u2013 wenn man Gl\u00fcck hat\u00adte. Hat\u00adte man dage\u00adgen Pech, wur\u00adde der Per\u00adso\u00adnal\u00adaus\u00adweis ein\u00adge\u00adzo\u00adgen und man war Schmugg\u00adler. Man erhielt einen pro\u00advi\u00adso\u00adri\u00adschen Aus\u00adweis und wur\u00adde min\u00addes\u00adtens eine Nacht lang fest\u00adge\u00adsetzt. Nat\u00fcr\u00adlich war auch die Schmug\u00adgel\u00adwa\u00adre futsch und damit auch das daf\u00fcr auf\u00adge\u00adwen\u00adde\u00adte Geld (Tausch\u00adkurs Ost zu West etwa 4\u20266:1). Den dabei abge\u00adnom\u00adme\u00adnen Per\u00adso\u00adnal\u00adaus\u00adweis konn\u00adte man sich Tage sp\u00e4\u00adter wie\u00adder vom Dorf\u00adpo\u00adli\u00adzis\u00adten abho\u00adlen. Der Siers\u00adle\u00adbe\u00adner hat\u00adte in der Lin\u00adden\u00adstra\u00ad\u00dfe sei\u00adne Amts\u00adstu\u00adbe und war ob sei\u00adnes umg\u00e4ng\u00adli\u00adchen Gem\u00fcts recht beliebt (was man von dem ihm eini\u00adge Jah\u00adre sp\u00e4\u00adter zur Sei\u00adte gestell\u00adten, etwas bis\u00adsi\u00adge\u00adren, nicht sagen konn\u00adte).<br>Neben Ein\u00adweck\u00adgl\u00e4\u00adsern, einer Mol\u00adle f\u00fcr die Wurst\u00admas\u00adse, jeder Men\u00adge kochen\u00adden Was\u00adsers zum Br\u00fc\u00adhen der Schwar\u00adte und nach\u00adfol\u00adgen\u00addem Abscha\u00adben der Bors\u00adten, einer Lei\u00adter zum Aus\u00adneh\u00admen und Aus\u00adblu\u00adten (das aus\u00adtre\u00adten\u00adde Blut mu\u00df\u00adte kr\u00e4f\u00adtig ger\u00fchrt wer\u00adden, um eine Gerin\u00adnung zu ver\u00admei\u00adden) ben\u00f6\u00adtig\u00adte man wei\u00adter\u00adhin eine Wan\u00adne zum Waschen der D\u00e4r\u00adme und noch wei\u00adte\u00adre Hun\u00adder\u00adte Ger\u00e4t\u00adschaf\u00adten.<br>Bei lega\u00adlen Schlach\u00adtun\u00adgen mu\u00df\u00adte ein amt\u00adlich bestell\u00adter Fleisch\u00adbe\u00adschau\u00ader die Tri\u00adchi\u00adnen\u00adfrei\u00adheit auf der Schwar\u00adte blau\u00adge\u00adstem\u00adpelt best\u00e4\u00adti\u00adgen. F\u00fcr uns Kin\u00adder war das Sch\u00f6ns\u00adte an einer Schlach\u00adtung, da\u00df man ein\u00admal Wurst so rich\u00adtig <em>eikel<\/em> essen konn\u00adte, also ohne st\u00f6\u00adren\u00addes Brot, wel\u00adches, wenn belegt, in Mans\u00adfel\u00adder Mund\u00adart als <em>Bem\u00adme<\/em> oder auch <em>Bum\u00adme<\/em> bezeich\u00adnet&nbsp;wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Als in den fr\u00fc\u00adhen Mor\u00adgen\u00adstun\u00adden das hal\u00adbe Schwei\u00adn\u00adetier durch Ein\u00adweck\u00adgl\u00e4\u00adser trau\u00adrig ins Freie blick\u00adte und die ande\u00adre H\u00e4lf\u00adte in die eige\u00adnen D\u00e4r\u00adme gestopft war, mach\u00adte sich der Flei\u00adscher ohne Hil\u00adfe wie\u00adder auf den Weg nach Hau\u00adse. Ich erw\u00e4h\u00adne das \u2018<em>ohne Hil\u00adfe<\/em>\u2019 des\u00adhalb, weil in aller Regel eine Schlach\u00adtung nicht nur eine Schlach\u00adtung schlecht\u00adhin ist, son\u00addern eben ein <em>Schlach\u00adte\u00adfest<\/em>. Und zu einem Fest geh\u00f6rt nun mal ein kr\u00e4f\u00adti\u00adger Schluck aus der Pul\u00adle. Den ben\u00f6\u00adtigt auch ein Flei\u00adscher, um das Wurst\u00adbr\u00e4t rich\u00adtig abschme\u00adcken zu k\u00f6n\u00adnen. Aber auf\u00adgrund feh\u00adlen\u00adder Gew\u00fcr\u00adze einer\u00adseits und der gebo\u00adte\u00adnen Eile der impro\u00advi\u00adsier\u00adten Schlach\u00adtung ande\u00adrer\u00adseits fiel die Zeit f\u00fcr Der\u00adar\u00adti\u00adges sehr knapp aus. So kam es, da\u00df er nach Haus ging und nicht \u2011wie sonst \u00f6fter ein\u00admal- in einer Schub\u00adkar\u00adre nach Hau\u00adse gefah\u00adren wur\u00adde.<br>Was blieb noch zu tun? Nun, die weni\u00adgen Brat\u2011, Leber- und Rot\u00adw\u00fcrs\u00adte sowie eine klei\u00adne Schlack\u00adwurst, die bei\u00adden sehr klei\u00adnen Schin\u00adken und die erschre\u00adckend d\u00fcn\u00adnen Speck\u00adsei\u00adten, die das Schwein\u00adchen her\u00adgab, mu\u00df\u00adten kon\u00adspi\u00adra\u00adtiv zur R\u00e4u\u00adche\u00adrung in die Gar\u00adten\u00adstra\u00ad\u00dfe gebracht wer\u00adden.<br>Sp\u00e4\u00adter dann, wenn im Fr\u00fch\u00adjahr zur Flie\u00adder\u00adbl\u00fc\u00adte das ers\u00adte Mal der Kuckuck zu h\u00f6ren war, schnitt Vater den Schin\u00adken an; so war es Brauch in Mans\u00adfeld.<br>Die im Wasch\u00adkes\u00adsel ver\u00adblie\u00adbe\u00adne Wurst\u00adsup\u00adpe wur\u00adde, eben\u00adfalls kon\u00adspi\u00adra\u00adtiv, im Lau\u00adfe des Tages an ver\u00adtrau\u00adens\u00adw\u00fcr\u00addi\u00adge Nach\u00adbarn ver\u00adteilt. Nor\u00adma\u00adler\u00adwei\u00adse war es so, da\u00df bei einem Schlach\u00adte\u00adfest im Ver\u00adlau\u00adfe des Vor\u00admit\u00adtags Nach\u00adbarn unauf\u00adge\u00adfor\u00addert Milch\u00adkan\u00adnen, Kr\u00fc\u00adge und ande\u00adre Gef\u00e4\u00ad\u00dfe brach\u00adten und sie abends, mit Wurst\u00adsup\u00adpe gef\u00fcllt, wie\u00adder abhol\u00adten; F\u00e4s\u00adser wur\u00adden abge\u00adlehnt.<br>Je nach Ver\u00adtraut\u00adheit und Sym\u00adpa\u00adthie des Nach\u00adbarn wur\u00adde mehr oder weni\u00adger <em>Dickes<\/em> hin\u00adzu gege\u00adben \u2013 das Wurst\u00adbr\u00e4t geplatz\u00adter Wurst, klei\u00adne Fleisch\u00adb\u00e4ll\u00adchen, vom Kno\u00adchen gel\u00f6s\u00adte Fleisch\u00adst\u00fcck\u00adchen, Gew\u00fcr\u00adze, die auf den Kes\u00adsel\u00adgrund absan\u00adken und \u00e4hn\u00adli\u00adches. Die Wurst\u00adsup\u00adpe wur\u00adde ent\u00adwe\u00adder ein\u00adfach getrun\u00adken oder aber man berei\u00adte\u00adte damit Nudel\u00adsup\u00adpe zu. Bei die\u00adser hier geschil\u00adder\u00adten Schlach\u00adtung war die Wurst\u00adsup\u00adpe wegen knap\u00adper Gew\u00fcr\u00adze etwas n\u00fcch\u00adtern, aber tra\u00addi\u00adti\u00adons\u00adge\u00adm\u00e4\u00df gab es zum Fr\u00fch\u00adst\u00fcck <em>Kn\u00e4tz\u00adchen<\/em> und zum Mit\u00adtag\u00adessen <em>Schwarz\u00adsauer<\/em> mit Bir\u00adnen, <em>Hut\u00adzeln<\/em> und Kl\u00f6\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"conny-peter-freddy-und-das-meer\"><a name=\"Conny\"><\/a>Conny &amp;&nbsp;Peter, Freddy und das&nbsp;Meer<\/h4>\n\n\n\n<p>In der Zeit, von der ich hier berich\u00adte, waren Film\u00adpro\u00adgram\u00adme DAS Medi\u00adum, um Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen zu einem bestimm\u00adten Film zu ver\u00adbrei\u00adten. So ein Pro\u00adgramm\u00adheft bestand aus zwei, drei gefalz\u00adten Dop\u00adpel\u00adsei\u00adten unge\u00adhef\u00adte\u00adten Papiers \u2013 in der Gr\u00f6\u00ad\u00dfe irgend\u00adwo zwi\u00adschen DIN A5 und A4 lie\u00adgend. Im Pro\u00adgramm\u00adheft wur\u00adden Schau\u00adspie\u00adler, Regis\u00adseu\u00adre, Kame\u00adra\u00adm\u00e4n\u00adner usw. vor\u00adge\u00adstellt oder auf\u00adge\u00adz\u00e4hlt und \u2011wich\u00adtig- die Hand\u00adlung des Fil\u00admes wur\u00adde kurz umris\u00adsen. Das Gan\u00adze war ein\u00adge\u00adbet\u00adtet in Bil\u00adder des Fil\u00admes. Sol\u00adche Pro\u00adgram\u00adme waren sehr begehrt unter uns Teen\u00adagern \u2013 wenn sie aus dem Wes\u00adten kamen. Aller\u00addings waren Besitz und Ver\u00adbrei\u00adtung jeder Art von soge\u00adnann\u00adter \u00bb<em>Schund- und Schmutz\u00adli\u00adte\u00adra\u00adtur<\/em>\u00ab gesetz\u00adlich ver\u00adbo\u00adten: Film\u00adpro\u00adgram\u00adme, Auto\u00adgramm\u00adkar\u00adten, Roman\u00adhef\u00adte, Schall\u00adplat\u00adten, Pres\u00adse\u00ader\u00adzeug\u00adnis\u00adse, Noten\u00adbl\u00e4t\u00adter, Comics, Abzei\u00adchen, Sti\u00adcker, But\u00adtons, Auf\u00adn\u00e4\u00adher, Abzieh\u00adbil\u00adder \u2013 ein\u00adfach&nbsp;alles.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/wenn-die-conny-mit-dem-peter.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"727\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/wenn-die-conny-mit-dem-peter.jpg\" alt=\"wenn-die-conny-mit-dem-peter\" class=\"wp-image-7985\" srcset=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/wenn-die-conny-mit-dem-peter.jpg 500w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/wenn-die-conny-mit-dem-peter-289x420.jpg 289w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/wenn-die-conny-mit-dem-peter-103x150.jpg 103w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/wenn-die-conny-mit-dem-peter-55x80.jpg 55w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wenn die Con\u00adny mit dem&nbsp;Peter\u2026<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Eines Tages, die Ber\u00adli\u00adner Mau\u00ader stand noch nicht, ich ging in die ach\u00adte Klas\u00adse, brach\u00adte mei\u00adne Mit\u00adsch\u00fc\u00adle\u00adrin Ros\u00adwi\u00adtha eini\u00adge west\u00adli\u00adche Film-Pro\u00adgramm\u00adhef\u00adte mit zur Schu\u00adle. Es waren Pro\u00adgram\u00adme der damals \u00fcbli\u00adchen seich\u00adten Musik- und Unter\u00adhal\u00adtungs\u00adfil\u00adme, wie zum Bei\u00adspiel \u00bb<em>Wenn die Con\u00adny mit dem Peter<\/em>\u00ab und \u00bb<em>Fred\u00addy, die Gitar\u00adre und das Meer<\/em>\u00ab u.\u00e4. Die\u00adse Hef\u00adte woll\u00adte ich mir von Ros\u00adwi\u00adtha aus\u00adlei\u00adhen. In der Pau\u00adse dr\u00fcck\u00adte sie mir kon\u00adspi\u00adra\u00adtiv einen klei\u00adnen Sta\u00adpel in die Hand. Dar\u00adin bl\u00e4t\u00adternd ging ich lang\u00adsam zu mei\u00adner Schul\u00adta\u00adsche, um die Hef\u00adte dar\u00adin zu ver\u00adstau\u00aden, als die Klas\u00adsen\u00adt\u00fcr auf\u00adflog. Ein Leh\u00adrer (den Namen habe ich nicht ver\u00adges\u00adsen) schau\u00adte zur T\u00fcr her\u00adein: \u00bb<em>Alles raus auf den Hof!<\/em>\u00bb<br>Pl\u00f6tz\u00adlich sah er, da\u00df ich ohne Arme im Klas\u00adsen\u00adraum stand: <em>\u00bbWas ver\u00adsteckst Du da auf dem R\u00fccken?\u00ab<\/em> \u2013 \u00bbW<em>er? \u2026 Ich? \u2026 Oooch \u2026 also \u2026 pfff \u2026 nischt \u2026\u00ab \u2013 \u00bbNein, nein, nein \u2013 zeig mal! Sofort! \u2013 na, wirds?!\u00ab <\/em>Da ich schon immer der Schlaue\u00adre war, mu\u00df\u00adte ich not\u00adge\u00addrun\u00adgen nach\u00adge\u00adben und der Leh\u00adrer fand es \u00bb<em>see\u00adehr inter\u00ades\u00adsant<\/em>\u00ab, was er da in sei\u00adner Hand&nbsp;hielt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Er konn\u00adte ein\u00adfach nicht an sich hal\u00adten und unter\u00adrich\u00adte\u00adte pflicht\u00adschul\u00addigst den Genos\u00adsen Direk\u00adtor \u2013 ein Plus\u00adpunkt mehr auf sei\u00adnem Erge\u00adben\u00adheits-Kon\u00adto. Der Ober\u00adge\u00adnos\u00adse wie\u00adder\u00adum leg\u00adte die unge\u00adheu\u00ader\u00adli\u00adchen Hetz\u00adbl\u00e4t\u00adter wei\u00adsungs\u00adkon\u00adform in die H\u00e4n\u00adde der \u00f6rt\u00adli\u00adchen, uni\u00adfor\u00admier\u00adten Staats\u00admacht, die nun von Amts wegen gegen den Ver\u00adsuch der Desta\u00adbi\u00adli\u00adsie\u00adrung der gr\u00f6\u00df\u00adten DDR der Welt vor\u00adge\u00adhen mu\u00df\u00adte (und wenn man ehr\u00adlich ist, erkennt man schon ein t\u00fccki\u00adsches Fun\u00adkeln in den Augen der Frau Froe\u00adbes und des Herrn Kraus; und sein Sol\u00adda\u00adten\u00adhemd erst \u2026).<br>So kam es, da\u00df es am Abend an die Haus\u00adt\u00fcr klopf\u00adte. Mir war nicht wohl beim \u00d6ff\u00adnen. Der Uni\u00adfor\u00admier\u00adte frag\u00adte nach mei\u00adnem Vater und rief laut in den Flur \u00bb<em>Wil\u00adli! Bist\u00adde da?<\/em>\u00ab Er war da. \u00bb<em>Gomm rin, Wil\u00adli<\/em>\u00ab ent\u00adgeg\u00adne\u00adte mein Vater \u2013 bei\u00adde waren Namens\u00advet\u00adtern. Sie waren aber auch Skat\u00adbr\u00fc\u00adder. Bei einem Schnaps berie\u00adten Wil\u00adli &amp;&nbsp;Wil\u00adli \u00fcber mein schwe\u00adres Ver\u00adge\u00adhen. Was folg\u00adte, war n\u00e4chs\u00adten\u00adtags ein \u00bb<em>Auf\u00adk\u00e4\u00adrungs\u00adge\u00adspr\u00e4ch bez\u00fcg\u00adlich der Not\u00adwen\u00addig\u00adkeit des Kamp\u00adfes gegen Schmutz und Schund\u00adli\u00adte\u00adra\u00adtur<\/em>\u00ab  und im Wochen\u00adver\u00adlauf ein Auf\u00adsatz: \u00bb<em>Nen\u00adne Bei\u00adspie\u00adle von Boy\u00adkott\u00adhet\u00adze der Scher\u00adgen des Ade\u00adnau\u00ader\u00adstaa\u00adtes<\/em>\u00ab. Beim Hin\u00adaus\u00adge\u00adhen sch\u00fct\u00adtel\u00adte der Poli\u00adzist sei\u00adnen Kopf: \u00bb<em>Du Dutz!<\/em>\u00ab<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a style=\"text-align: justify;\" href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"eine-weinprobe\">Eine Weinprobe<\/h4>\n\n\n\n<p>Es war weit\u00adver\u00adbrei\u00adte\u00adte Sit\u00adte im Mans\u00adfel\u00adder Land \u2011zumal in dama\u00adli\u00adger Zeit- sich sei\u00adnen Haus\u00adwein aus Obst oder auch \u2011wenn man hat\u00adte- aus Trau\u00adben selbst zu kel\u00adtern; \u2026 jaa\u00addo\u00adch, ja, ich wei\u00df, auch Schnaps wur\u00adde hin und wie\u00adder schwarz gebrannt. Schlie\u00df\u00adlich war nicht jeder ein Berg\u00admann, der sei\u00adnen <em>Depu\u00adtat-Berg\u00adar\u00adbei\u00adter-Trink\u00adbrannt\u00adwein<\/em> nicht gera\u00adde in Fin\u00adken\u00adn\u00e4pf\u00adchen bekam.<br>Und ja, auch Tabak wur\u00adde selbst ange\u00adbaut, nach der Ern\u00adte auf F\u00e4den gezo\u00adgen, unter den Dach\u00adspar\u00adren zum Trock\u00adnen auf\u00adge\u00adh\u00e4ngt, um dann, wenn er getrock\u00adnet, in fei\u00adne Strei\u00adfen geschnit\u00adten wur\u00adde, um ihn letzt\u00adlich zu ver\u00adbren\u00adnen.<br>Und noch\u00admals ja: Gro\u00df\u00adva\u00adter bek\u00e4mpf\u00adte Zahn- und ande\u00adre Schmer\u00adzen auch schon mal mit Mohn\u00adpro\u00adduk\u00adten; irgend\u00adwo, hin\u00adter fast jeder Gar\u00adten\u00adlau\u00adbe, stan\u00adden ein paar Sten\u00adgel\u00adchen&nbsp; \u2013 ganz hin\u00adten zwi\u00adschen den Johannisbeeren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines Tages ritt mich der Teu\u00adfel und ich erz\u00e4hl\u00adte mei\u00adnen Kum\u00adpeln, da\u00df mei\u00adne Eltern f\u00fcr zwei, drei Tage zu einer Fami\u00adli\u00aden\u00adfei\u00ader unter\u00adwegs sei\u00aden. Das h\u00e4t\u00adte ich bes\u00adser unter\u00adlas\u00adsen, denn abends rot\u00adte\u00adte sich die gan\u00adze Cli\u00adque (wir spra\u00adchen es <em>Gklin\u00adke<\/em> aus) \u2011etwa ein Dut\u00adzend Halb\u00adstar\u00adker- zusam\u00admen und begehr\u00adte l\u00e4r\u00admend Ein\u00adla\u00df ins alten\u00adfreie Haus. Ein klei\u00adnes Bier\u00adf\u00e4\u00df\u00adchen, bei <em>Karl H\u00f6cke<\/em> erstan\u00adden, hat\u00adte man dem star\u00adken Erwin, genannt <em>Jol\u00adly,<\/em> auf die Schul\u00adtern gehievt, den das nicht wei\u00adter st\u00f6r\u00adte und der mit der frei\u00aden Hand ruhig sei\u00adne <em>Casi\u00adno<\/em> wei\u00adter\u00adrauch\u00adte. Bevor nun aber das Bier schlecht wird \u2026 also \u00f6ff\u00adne\u00adte ich die Haus\u00adt\u00fcr und such\u00adte einen Spund\u00adhahn (eini\u00adge die\u00adser Din\u00adger hat\u00adten im Hau\u00adse die Zeit \u00fcber\u00addau\u00adert, denn um 1900 her\u00adum war ein Teil unse\u00adrer Woh\u00adnung noch Schank\u00adstu\u00adbe).<br>Es wur\u00adde ein lus\u00adti\u00adger Abend und das F\u00e4ss\u00adchen leer\u00adte sich so nach und nach. Auf der Suche nach wei\u00adte\u00adrem Trink\u00adba\u00adren schreck\u00adten mei\u00adne Kum\u00adpel vor einer Kel\u00adler\u00addurch\u00adsu\u00adchung nicht zur\u00fcck und etwas Obst\u00adwein wur\u00adden aus einem Bal\u00adlon in einen Krug abge\u00adzo\u00adgen und nach oben bef\u00f6r\u00addert.<br>Weil Bier und Wein ja irgend\u00adwann auch wie\u00adder ins Freie dr\u00e4n\u00adgen und man, wenn man nach\u00adgab, bei uns zu Hau\u00adse durch die Wasch\u00adk\u00fc\u00adche in den Hof gehen mu\u00df\u00adte, fiel der Ban\u00adde ein wei\u00adte\u00adrer in der Wasch\u00adk\u00fc\u00adche ste\u00adhen\u00adder Wein\u00adbal\u00adlon ins Auge. Man beschlo\u00df, den Inhalt einer Wein\u00adpro\u00adbe zuzu\u00adf\u00fch\u00adren, obwohl zu sehen war, da\u00df er sich noch in G\u00e4rung befand und des\u00adhalb auch noch nicht gekl\u00e4rt. Kurz\u00adum, es gelang, die gan\u00adze Rot\u00adte davon abzu\u00adhal\u00adten, sich an die\u00adsem Wein zu ver\u00adgrei\u00adfen \u2013 fast, jeden\u00adfalls. Irgend jemand mein\u00adte, da\u00df sich wohl zu wenig Hefe im Bal\u00adlon bef\u00e4n\u00adde und begann den Inhalt einer zuf\u00e4l\u00adlig dort ste\u00adhen\u00adden T\u00fcte, brab\u00adbelnd und von Hick\u00adsern unter\u00adbro\u00adchen, in den Bal\u00adlon zu f\u00fcl\u00adlen.<br>Im wei\u00adte\u00adren Ver\u00adlau\u00adfe der Nacht ver\u00adschwan\u00adden end\u00adlich alle wie\u00adder und ich blieb allein mit ein\u00adge\u00adsau\u00adter Tisch\u00adde\u00adcke, ver\u00adstreu\u00adter Ziga\u00adret\u00adten\u00adasche, Bernds Ziga\u00adret\u00adten\u00adetui, Wolf\u00adgangs <em>Puck<\/em> (ein klei\u00adnes Tran\u00adsis\u00adtor\u00adra\u00addio), Ernst\u2019s zer\u00adtre\u00adte\u00adner Son\u00adnen\u00adbril\u00adle, einem Elvis-Sti\u00adcker, einem lee\u00adren Bier\u00adfass und einem Kater.<br>Im Ver\u00adlauf des Mor\u00adgens bemerk\u00adte ich, da\u00df der auf dem Fens\u00adter\u00adbrett ste\u00adhen\u00adde Wein\u00adbal\u00adlon mit Spi\u00adnat gef\u00fcllt schien \u2013 vor\u00adsich\u00adtig roch ich dar\u00adan und schmeck\u00adte mit dem Fin\u00adger \u2013 Oh Gott.<br>Als mei\u00adne Eltern zwei Tage sp\u00e4\u00adter zur\u00fcck waren, sch\u00fct\u00adtel\u00adte mein Vater beim Abend\u00adessen ungl\u00e4u\u00adbig sei\u00adnen Kopf und konn\u00adte es immer noch nicht fas\u00adsen, da\u00df man, wenn der Wein nicht klar wer\u00adden will, etwas hin\u00adein sch\u00fct\u00adten m\u00fcs\u00adse. In mei\u00adner Erkl\u00e4\u00adrungs\u00adnot hat\u00adte ich ihm, als er bei der R\u00fcck\u00adkehr den gr\u00fc\u00adnen Boden\u00adsatz im Bal\u00adlon sah, etwas von <em>Kon\u00adden\u00adsa\u00adti\u00adons\u00adkei\u00admen<\/em> und <em>Aus\u00adf\u00e4l\u00adlen<\/em> erz\u00e4hlt (ein Dan\u00adke an <em>Kurt Klos<\/em>, unse\u00adren Che\u00admie-Leh\u00adrer); der Wein war klar wie Bie\u00adnen\u00adho\u00adnig im Gold\u00adkelch und schmeck\u00adte nur ganz wenig nach Majoran.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-regentonne\">Die Regentonne<\/h4>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:2%\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:98%\">\n<p>Eines Tages flog aus einem Per\u00adso\u00adnen\u00adwa\u00adgen der Deut\u00adschen Reichs\u00adbahn ein aus grau\u00adem Segel\u00adtuch gefer\u00adtig\u00adter Schuh auf den Bahn\u00adsteig des Sier\u00adle\u00adber Bahn\u00adho\u00adfes. In dem Schuh stak ein Zet\u00adtel, auf dem fol\u00adgen\u00adde Bot\u00adschaft notiert war: \u00bbHeinz Sch. lebt. Er ist in Gro\u00adnen\u00adfel\u00adde. Wird bald ent\u00adlas\u00adsen.\u00ab Den Schuh warf Heinz\u2019 Kriegs\u00adka\u00adme\u00adrad, wel\u00adcher aus dem Heim\u00adkeh\u00adrerla\u00adger Gro\u00adnen\u00adfel\u00adde in einen Zug Rich\u00adtung Kas\u00adsel ver\u00adfrach\u00adtet wur\u00adde, weil er ja nun irgend\u00adwo in der ame\u00adri\u00adka\u00adni\u00adschen Zone zu Hau\u00adse war, aus dem Abteilfenster.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Heinz kam dann im Sp\u00e4t\u00adsom\u00admer 1950 aus Gefan\u00adgen\u00adschaft zur\u00fcck. Der Krieg war bereits f\u00fcnf Jah\u00adre vor\u00adbei und er war noch kei\u00adne Drei\u00ad\u00dfig. Arbeit zu fin\u00adden, war dazu\u00admal nicht das Pro\u00adblem. Obwohl eine teil\u00adwei\u00adse gel\u00e4hm\u00adte und ver\u00adkr\u00fcp\u00adpel\u00adte Hand nicht jede Arbeit erlaub\u00adte, fand er sein Aus\u00adkom\u00admen auf dem Hett\u00adsted\u00adter Walz\u00adwerk. Eines Tages, kurz vor Weih\u00adnach\u00adten, roll\u00adte Heinz ein lee\u00adres Ben\u00adzin\u00adfass durch Siers\u00adle\u00adben in den Schre\u00adber\u00adgar\u00adten sei\u00adner Eltern.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schre\u00adber\u00adgar\u00adten\u00adge\u00adl\u00e4n\u00adde in der Klos\u00adter\u00admans\u00adfel\u00adder Stra\u00ad\u00dfe wur\u00adde zum frei\u00aden Feld nach Thon\u00addorf hin vom Fried\u00adhof begrenzt. Es han\u00addel\u00adte sich hier\u00adbei um ent\u00adeig\u00adne\u00adtes Land und des\u00adsen ehe\u00adma\u00adli\u00adger Eigen\u00adt\u00fc\u00admer L. teil\u00adte sein ihm ver\u00adblie\u00adbe\u00adnes Wohn\u00adhaus \u2011eben\u00adfalls in der Klos\u00adter\u00admans\u00adfel\u00add\u00ader\u00adStra\u00ad\u00dfe- mit den \u00dcber\u00adle\u00adben\u00adden der zwei Fl\u00fccht\u00adlings\u00adfa\u00admi\u00adli\u00aden B. und K. .<br>Obst und Gem\u00fc\u00adse aus den Schre\u00adber\u00adg\u00e4r\u00adten tru\u00adgen nicht uner\u00adheb\u00adlich zur Ver\u00adbes\u00adse\u00adrung der Lebens\u00adla\u00adge der Siers\u00adle\u00adber bei. Schwie\u00adrig wur\u00adde es beim Bew\u00e4s\u00adsern des Bodens. Ein vor den G\u00e4r\u00adten lie\u00adgen\u00adder Gra\u00adben f\u00fchr\u00adte zwar Was\u00adser, aber sehr wenig und das auch noch unre\u00adgel\u00adm\u00e4\u00ad\u00dfig, so da\u00df die P\u00e4ch\u00adter das Gie\u00df\u00adwas\u00adser ent\u00adwe\u00adder in Eimern oder im Fa\u00df auf dem Hand\u00adwa\u00adgen durch das Dorf schlep\u00adpen mu\u00df\u00adten \u2013 sehr m\u00fchsam.<\/p>\n\n\n\n<p>Also \u2013 das Bezin\u00adfass. Es soll\u00adte als Regen\u00adton\u00adne die\u00adnen und das von dem Zwei-Qua\u00addrat\u00adme\u00adter-Ger\u00e4\u00adte\u00adschup\u00adpen rin\u00adnen\u00adde Was\u00adser auf\u00adfan\u00adgen, um so den Johan\u00adnis\u00adbee\u00adren und dem Braun\u00adkohl ein wenig mehr Glanz zu ver\u00adlei\u00adhen.<br>Trotz sei\u00adnes Han\u00addi\u00adcaps ent\u00adfern\u00adte Heinz in tage\u00adlan\u00adger Arbeit den Ober\u00adbo\u00adden des Fas\u00adses, rei\u00adnig\u00adte es innen so gut wie m\u00f6g\u00adlich, teer\u00adte es au\u00dfen und hub eine Gru\u00adbe aus, um das Fass dar\u00adin zu ver\u00adsen\u00adken \u2013 mit dem obe\u00adren Rand viel\u00adleicht kn\u00f6\u00adchel\u00adhoch \u00fcber dem Boden. Schlie\u00df\u00adlich brach\u00adte er noch eine zusam\u00admen\u00adge\u00adflick\u00adte Regen\u00adrin\u00adne an. Die Arbeit war getan und das Fall\u00adrohr der Regen\u00adrin\u00adne konn\u00adte beim n\u00e4chs\u00adten Regen das Fa\u00df spei\u00adsen.<br>Nie\u00admand war dabei, kei\u00adner wei\u00df wes\u00adhalb: Irgend\u00adwie mu\u00df Heinz in sei\u00adne neue Regen\u00adton\u00adne hin\u00adein\u00adge\u00adstol\u00adpert sein, viel\u00adleicht ist ihm auch etwas hin\u00adein\u00adge\u00adfal\u00adlen.<br>Viel\u00adleicht hat er ja anfangs das klei\u00adne Mi\u00df\u00adge\u00adschick gelas\u00adsen gese\u00adhen \u2013 schlie\u00df\u00adlich hat\u00adte er die Sta\u00adlin\u00ador\u00adgeln an der Ost\u00adfront und anschlie\u00ad\u00dfend die Pla\u00adcke\u00adrei des Arbeits\u00adla\u00adgers in der K\u00e4l\u00adte Sibi\u00adri\u00adens \u00fcberlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber irgend\u00adwann mu\u00df er in Panik ver\u00adfal\u00adlen sein, als er fest\u00adstell\u00adten mu\u00df\u00adte, da\u00df es ihm nicht gelang, sei\u00adne oben \u2011wahr\u00adschein\u00adlich komisch aus\u00adse\u00adhend- her\u00adaus\u00adra\u00adgen\u00adden Bei\u00adne hin\u00adein\u00adzu\u00adzie\u00adhen um sich in der engen Ton\u00adne umzu\u00addre\u00adhen und auf\u00adzu\u00adrich\u00adten. Kopf\u00adun\u00adter steck\u00adte er in der Ton\u00adne fest \u2013 gest\u00fctzt auf eine gesun\u00adde und auf eine halb gel\u00e4hm\u00adte Hand. Er war offen\u00adsicht\u00adlich auch nicht in der Lage sich an der inne\u00adren, schmie\u00adri\u00adgen und glat\u00adten Wand nach oben zu stem\u00admen \u2013 wie auch? Nach vie\u00adlen Ver\u00adsu\u00adchen wird er ver\u00adsucht haben, sei\u00adne Hand\u00adge\u00adlen\u00adke zu ent\u00adlas\u00adten und sich auf den Unter\u00adar\u00admen abzu\u00adst\u00fct\u00adzen. Wie lan\u00adge wohl? Nie\u00admand h\u00f6r\u00adte sein wahr\u00adschein\u00adlich anf\u00e4ng\u00adli\u00adches, kr\u00e4f\u00adti\u00adges Flu\u00adchen, das mit Sicher\u00adheit in Hil\u00adfe\u00adschreie \u00fcber\u00adge\u00adgan\u00adgen sein mu\u00df\u00adte und kei\u00adne Men\u00adschen\u00adsee\u00adle nahm sein Wim\u00admern war, als nach Stun\u00adden ein leich\u00adter Land\u00adre\u00adgen ein\u00adsetz\u00adte. Lang\u00adsam begann aus dem Fall\u00adrohr ein d\u00fcn\u00adner Faden Was\u00adser zu rinnen\u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"hennings-fehlschluss\">Hennings Fehlschlu\u00df<\/h4>\n\n\n\n<p>An Kana\u00adli\u00adsa\u00adti\u00adon war, wie ich bereits an ande\u00adrer Stel\u00adle berich\u00adte\u00adte, damals noch nicht zu den\u00adken. Ein jeder sch\u00fct\u00adte\u00adte sei\u00adne Abw\u00e4s\u00adser ein\u00adfach in den Rinn\u00adstein \u2011die Gos\u00adse. In Haus\u00adhal\u00adten, in denen Vieh gehal\u00adten wur\u00adde, konn\u00adte die Men\u00adge der anfal\u00adlen\u00adden G\u00fcl\u00adle (kein Mans\u00adfel\u00adder spitz\u00adte die Lip\u00adpen, um ein sol\u00adches Wort aus\u00adzu\u00adspre\u00adchen, es war ein\u00adfach <em>Jau\u00adche<\/em>) \u2013 also, die Men\u00adge der anfal\u00adlen\u00adden Jau\u00adche konn\u00adte ein Pro\u00adblem wer\u00adden. War man Bau\u00ader, hat\u00adte man \u2011sozu\u00adsa\u00adgen von Berufs wegen- gen\u00fc\u00adgend Acker\u00adfl\u00e4\u00adche, um die Jau\u00adche aus\u00adzu\u00adbrin\u00adgen. War man kein Bau\u00ader, besa\u00df aber einen Gar\u00adten oder war Eig\u00adner oder P\u00e4ch\u00adter eines hal\u00adben Mor\u00adgen Lan\u00addes, war zwar die Men\u00adge der Jau\u00adche kein Pro\u00adblem \u2013 aber deren Trans\u00adport. Man mu\u00df\u00adte zum Bau\u00adern gehen und sich einen Jau\u00adche\u00adwa\u00adgen samt Pferd aus\u00adlei\u00adhen oder mie\u00adten. Ein sol\u00adcher Jau\u00adche\u00adwa\u00adgen stand auf der leicht absch\u00fcs\u00adsi\u00adgen Schul\u00adstra\u00ad\u00dfe, aber nicht am Vogels\u00adberg, wie das eine Ende der Stra\u00ad\u00dfe genannt wur\u00adde, son\u00addern am ent\u00adge\u00adgen\u00adge\u00adsetz\u00adten Ende, dort, wo der Weg nach H\u00fcbitz beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort in H\u00fcbitz wur\u00adde j\u00e4hr\u00adlich ein Volks\u00adfest ver\u00adan\u00adstal\u00adtet. Zwi\u00adschen Guts\u00admau\u00ader und einer rie\u00adsi\u00adgen Feld\u00adscheu\u00adne (auch in ihrem Inne\u00adren) waren diver\u00adse Buden, Karus\u00adsells und sons\u00adti\u00adge Lust\u00adbar\u00adkei\u00adten auf\u00adge\u00adbaut, deren Ange\u00adbo\u00adte von den Bewoh\u00adnern der umlie\u00adgen\u00adden D\u00f6r\u00adfer sehr gern ange\u00adnom\u00admen wurden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full\"><a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/brille.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"295\" height=\"171\" src=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/brille.jpg\" alt=\"gesicht mit verschmutzter brille\" class=\"wp-image-7986\" srcset=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/brille.jpg 295w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/brille-150x87.jpg 150w, https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/brille-138x80.jpg 138w\" sizes=\"auto, (max-width: 295px) 100vw, 295px\"><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hel\u00admut nach gegl\u00fcck\u00adtem Versuch<\/figcaption><\/figure><\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<p>Auf dem Wege zu eben die\u00adsem Volks\u00adfest waren zwei Schul\u00adfreun\u00adde \u2011Hen\u00adning und Hel\u00admut- unter\u00adwegs, als sie an besag\u00adtem Jau\u00adche\u00adwa\u00adgen vor\u00adbei kamen. Bei\u00adde \u00fcber\u00adleg\u00adten, war\u00adum er hier stand, wer ihn hier\u00adher gestellt, wel\u00adcher Bau\u00ader der Eigen\u00adt\u00fc\u00admer sei und auch, ob das Fass denn wohl gef\u00fcllt sei. Hen\u00adning, der augen\u00adschein\u00adlich Kr\u00e4f\u00adti\u00adge\u00adre, umfa\u00df\u00adte die Deich\u00adsel und beweg\u00adte sie hin und her und befand, da\u00df die h\u00f6l\u00adzer\u00adne Ton\u00adne leer sein m\u00fcs\u00adse, die Deich\u00adsel war nicht eben \u00fcber\u00adm\u00e4\u00ad\u00dfig schwer zu bewegen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Hhmm \u2026 Hel\u00admut pus\u00adsel\u00adte, einen Lut\u00adscher zwi\u00adschen sei\u00adnen von blit\u00adzen\u00adden Span\u00adgen zur Ord\u00adnung gezwun\u00adge\u00adnen Z\u00e4h\u00adnen, am Schie\u00adber des Aus\u00adlaufs und ver\u00adsuch\u00adte schlie\u00df\u00adlich \u2011ein\u00adfach nur mal so und ohne Not- mit einem hal\u00adben, umher\u00adlie\u00adgen\u00adden Zie\u00adgel\u00adstein, den Ver\u00adschlu\u00df nach oben zu schla\u00adgen. Der Ver\u00adsuch gl\u00fcck\u00adte.<br>Unter hohem Druck schwall\u00adte die Br\u00fc\u00adhe aus dem Aus\u00adfluss der Ton\u00adne, das w\u00e4re ja noch aus\u00adzu\u00adhal\u00adten gewe\u00adsen,&nbsp; nein \u2013 sie tat dar\u00ad\u00fcber hin\u00adaus noch das, wozu sie vom Prall\u00adver\u00adtei\u00adler unter dem Aus\u00adfluss gezwun\u00adgen wur\u00adde: Die Jau\u00adche spritz\u00adte exakt halb\u00adkreis\u00adf\u00f6r\u00admig und im f\u00fcnf\u00adund\u00advier\u00adzig-Grad-Bogen auf\u00adw\u00e4rts und ver\u00adsau\u00adte alles: <em>Her\u00adschels<\/em> Haus\u00adwand samt Fens\u00adter und T\u00fcren sowie <em>B\u00fcr\u00adgers<\/em> klei\u00adne Log\u00adgia auf der ande\u00adren Stra\u00ad\u00dfen\u00adsei\u00adte. Und nat\u00fcr\u00adlich Hel\u00admut. Er bekam die vol\u00adle Dr\u00f6h\u00adnung aus gr\u00fcn-braun-gespren\u00adkel\u00adtem und duf\u00adten\u00addem Glib\u00adber zwar nicht direkt in das Gesicht, son\u00addern von oben auf Haa\u00adre, Schul\u00adtern und Klei\u00addung. Durch die Wucht des Jau\u00adche\u00adschwalls und wohl auch vor Schreck fiel er r\u00fcck\u00adw\u00e4rts um und krab\u00adbel\u00adte mit blitz\u00adschnell arbei\u00adten\u00adden H\u00e4n\u00adden und F\u00fc\u00dfen aus dem Platz\u00adre\u00adgen, wel\u00adches sehr komisch war. F\u00fcr ande\u00adre.<br>Ein Schlie\u00ad\u00dfen des Schie\u00adbers war unm\u00f6g\u00adlich, man mu\u00df\u00adte etli\u00adche Minu\u00adten war\u00adten, bis das Fa\u00df sei\u00adnen Inhalt ent\u00adleert hat\u00adte. Die absch\u00fcs\u00adsi\u00adge Stra\u00ad\u00dfe tat ein \u00dcbri\u00adges um den\u00adsel\u00adben gleich\u00adm\u00e4\u00ad\u00dfig abw\u00e4rts zu ver\u00adtei\u00adlen. Hen\u00adning, immer noch an der Deich\u00adsel ste\u00adhend, war \u00fcber\u00adrascht ob sei\u00adner K\u00f6rperkraft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><a href=\"#TOP\">Sei\u00adten\u00adan\u00adfang<\/a><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Obi\u00adge Geschich\u00adten beru\u00adhen im Gro\u00ad\u00dfen und Gan\u00adzen auf wah\u00adren Bege\u00adben\u00adhei\u00adten, auch wenn eini\u00adge unbe\u00addeu\u00adten\u00adde Ein\u00adzel\u00adhei\u00adten viel\u00adleicht hier und da etwas nach\u00adge\u00adf\u00e4rbt wur\u00adden. Die Geschich\u00adten tru\u00adgen sich in der Zeit nach dem II. Welt\u00adkrieg zu \u2013 einer Zeit, die heu\u00adte so unend\u00adlich lan\u00adge her scheint.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Hier k\u00f6n\u00adnen Sie mehr erfah\u00adren, wie das t\u00e4g\u00adli\u00adche Leben in die\u00adser Zeit funk\u00adtio\u00adnier\u00adte; einer Zeit zwi\u00adschen zwei Dik\u00adta\u00adtu\u00adren: Dem gera\u00adde nie\u00adder\u00adge\u00adgan\u00adge\u00adnem Faschis\u00admus und der sich bil\u00adden\u00adden DDR.<br>Erin\u00adne\u00adrun\u00adgen: <a href=\"https:\/\/www.schneemann-berlin.de\/blog\/siersleben-ein-dorf-im-mansfelder-land\/erinnerungen-meine-50er-in-siersleben\/\">Mei\u00adne 50er in Siersleben<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity is-style-default\">\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1659,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-1639","page","type-page","status-publish","hentry"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.3 - 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