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Archive for Monat: Mai 2009

Alles ok mit dem GG?

Gemes­se­nen Schrit­tes geht es an das/​die Sonn­tags­re­den-Red­ner-/Red­ne­rin­nen­pul­t/in; aus der Trick­kis­te wer­den ein pathe­ti­sches Vibra­to für die Stim­me und ein Fei­er­lich-Gucken-Gesicht her­aus­ge­kramt. Man betont, wie stolz man sei. Auf die Ver­fas­sung usw.; die Polit­rie­ge kriegt sich mal wie­der gar nicht ein.
Es ist ‑wie immer- uner­träg­li­ches Wort­ge­klin­gel, mit dem Ziel, dem Volk und angeb­li­chen “Sou­ve­rän” gezielt und in vol­ler Absicht die Sin­ne zu ver­ne­beln. Es wer­den ohne Gna­de und bis zum Erbre­chen retho­ri­sche, dumm­deut­sche Ver­satz­stü­cke anein­an­der­ge­reiht. Und doch ist eines dabei anders, als in der Ver­gan­gen­heit: Der Deut­sche Michel, sonst nur Stimm­vieh, hat begon­nen sei­ne Schlaf­müt­ze abzu­zie­hen und ent­deckt die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten des Inter­net. In den Kom­men­tar­fo­ren der eta­blier­ten Medi­en könn­ten jene, die sich selbst als Volks­ver­tre­ter bezeich­nen, von A bis Z nach­buch­sta­bie­ren, was von ihnen gehal­ten wird. Wenn die­se Poli­ti­ker­kas­te doch nur so han­deln wür­de, wie sie es in ihren Sonn­tags­re­den immer beschwö­ren. Wenn sie doch nur ein­mal NICHT gegen den Wil­len des Vol­kes ent­schei­den würden.

Aber lei­der ist Vol­kes Stim­me noch ziem­lich lei­se, obwohl eigent­lich das Vox Popu­li Vox Dei der Schwei­zer gel­ten soll­te.  Nach den Wah­len im Sep­tem­ber wird  ‑aus Sicht der Poli­ti­ker- wie immer Mün­te­fe­rings Spruch gel­ten: »… daß wir oft an Wahl­kampf­aus­sa­gen gemes­sen wer­den, ist nicht gerecht.« Mit ande­ren Wor­ten: Wenn wir Poli­ti­ker lügen und Ihr glaubt es – Eure Schuld.
Ihr lie­ben Volks­ver­tre­ter, hört mir bit­te ein­mal zu: Euro­pa­wahl – was ist das denn? Bun­des­tags­wahl ‑wozu? – Ihr macht ja doch, was wir nicht wol­len. Lie­be Ossis (Wes­sis sind lei­der immer noch zu satt) skan­diert doch wie­der ein­mal: Wir sind das Volk!

Wir möch­ten end­lich eine Ver­fas­sung, so wie das ‑trotz aller Schraub­ver­su­che nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung- im § 146 GG ver­an­kert ist.

Und weil wir gera­de dabei sind: Was sprä­che eigent­lich dage­gen, wenn die­ses neue Deutsch­land auch eine neue Natio­nal­hym­ne sin­gen könnte:

Bert­hold Brecht

Kin­der­hym­ne

 Anmut spa­ret nicht noch Mühe
Lei­den­schaft nicht noch Verstand
Daß ein gutes Deutsch­land blühe
Wie ein and­res gutes Land.

Daß die Völ­ker nicht erbleichen
Wie vor einer Räuberin
Son­dern ihre Hän­de reichen
Uns wie andern Völ­kern hin.

Und nicht über und nicht unter
Andern Völ­kern wolln wir sein
Von der See bis zu den Alpen
Von der Oder bis zum Rhein.

Und weil wir dies Land verbessern
Lie­ben und beschir­men wir’s.
Und das liebs­te mag’s uns scheinen
So wie andern Völ­kern ihrs.

Melo­die bei youtube

Man muss sie nicht kennen, …

… aber wenn man sie ein­mal gehört hat, dann fas­zi­nie­ren sie.

georg ringsgwandl

Georg Rinsgwandl

Was ist er eigent­lich, der beken­nen­de Zit­her­lieb­ha­ber? Kaba­ret­tist – das scheint fest­zu­ste­hen. Aber auch Lie­der­ma­cher, Musi­ker, Sän­ger, Kaschper’l, Spöt­ter, Phi­lo­soph, Phil­an­trop, pro­mo­vier­ter Medi­zi­ner und Verseschmied.
Immer ist er skur­ril, manch­mal bit­ter­bö­se, auch nach­denk­lich und ernst, dann wie­der clow­nesk.
Aber eines ist er nie: albern. Allein sei­ne CD-Cover las­sen ahnen, wozu er auf der Büh­ne imstan­de ist. Sehr oft bleibt dem Zuhö­rer das Lachen im Hal­se stecken.
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Hubert von Goisern

In ihm sehe ich den Erfin­der des Alpenrock.
Nicht, aber auch über­haupt nicht  zu ver­glei­chen mit Klos­ter- , Zil­ler- und ande­ren -talern und deren volks­tü­meln­den Musi­kan­ten­freun­den; von Hin­ter­seer, Mross und Her­tel gar nicht zu reden…
In sei­nen rocki­gen, bis hin zu bal­la­den­haf­ten Kom­po­si­tio­nen kom­bi­niert er Jazz und Reg­gae, aber auch Soul und Latin mit dem Sound der Alpen und den Mes­sing­blech­zun­gen des Akkor­de­ons. Es ist ver­blüf­fend zu hören, wel­che Resul­ta­te die­ser unge­wöhn­li­che Mix zeitigt.
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Glo­bal Kryner

Es ist schon inter­es­sant, wie die­se Grup­pe alt­ge­dien­te Rock- und Pop-Songs ‑bis zurück in die 50er- auf­po­liert. Was die­se For­ma­ti­on bie­tet ist weder Pop, noch Schla­ger, noch Rock oder sons­ti­ge gän­gi­ge Klassifizierung. 
Sie ver­wen­den Jazz­har­mo­nien, wech­seln Rhyth­mus und Tem­po nach Belie­ben – und sind so in der Lage, jede Kom­po­si­ti­on zu “ver­kry­nern”. Beson­ders bemer­kens­wert ist, daß man zwar einen alpen­län­di­schen Sound hört, gepaart aller­dings mit dem typi­schen Swing-Dri­ve – allein, das dazu eigent­lich erfor­der­li­che Schlag­zeug ist in der Grup­pe nicht vorhanden.
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Neue Spitzel braucht das Land

In der Bunt­klein­ka­rier­ten Repu­blik Deutsch­land, oder soll­te man doch schon DDR 2.0 sagen? – greift eine zwar alte, aber immer wie­der gern ver­wen­de­te, weil bewähr­te, Pra­xis um sich: Die Bespit­ze­lung der Bevöl­ke­rung durch die Bevölkerung.
Schon zu Zei­ten Sei­ner Majes­tät Wil­lem Zwo unab­kömm­lich, im Drit­ten Reich u.a. durch den Block­wart insti­tu­tio­na­li­siert , in der DDR 1.0 zu Schild und Schwert des Klas­sen­kamp­fes heroi­siert, in der Bon­ner Repu­blik über dilet­tan­ti­sche Ver­su­che nie hin­aus gelangt, flat­tern unser­eins die Ohren, wenn man so die Presse/​Onlinemedien verfolgt:

Ers­ter Fall: Da ver­lang­te die  Ber­li­ner städ­ti­sche Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft gehag von ihren Block … Ver­zei­hung, Haus­war­ten, her­aus­zu­fin­den, in wel­chen Woh­nun­gen gefähr­li­che Hun­de gehal­ten wer­den und beläs­tigt ihre Mie­ter mit einem Brief, in dem es heißt “… Wir geben ihnen zur Kennt­nis, dass unse­re Haus­war­te, ‑meis­ter und ‑betreu­er gehal­ten sind, uns jeden Mie­ter nament­lich zu mel­den, der die vor genann­ten Hun­de­ras­sen in sei­ner Woh­nung hält. Quel­le

 Zwei­ter Fall: Die WBL Fonds Woh­nungs­bau­ge­sell­schaft Lich­ten­berg bit­tet “… alle Mie­ter, ohne Rück­sicht auf nach­bar­schaft­li­che Bezie­hun­gen uns bei der Umset­zung der Ber­li­ner Hun­de­ver­ord­nung zu unter­stüt­zen und von der Anzei­ge­pflicht Gebrauch zu machen.” Quel­le

Drit­ter Fall: Da will der Ber­li­ner Mie­ter­ver­ein 100.000 Spit­zel anwer­ben. Die­se sol­len gezielt ange­schrie­ben wer­den und dem Mie­ter­ver­ein Grün­de für den even­tu­el­len Leer­stand ihrer Nach­bar­woh­nun­gen mel­den. Ob beim Lau­schen  an der Tür der Nach­bar­woh­nung auch der dort gera­de gehör­te Feind … sor­ry, Rund­funk­sen­der gleich mit gemel­det wer­den soll, ist nicht bekannt. Quel­le

 Vier­ter Fall: Im frän­ki­schen Rehau erhält 20 Euro Beloh­nung der­je­ni­ge Spit­zel, der Hun­de­hal­ter anzeigt, die die Hin­ter­las­sen­schaft ihrer Raub­tie­re nicht entfernen.
Ber­lins Poli­ti­ker­kas­te ist sich unei­nig, ob das Modell auch für Ber­lin sinn­voll ist.
Quel­le

Fünf­ter Fall: In Bay­ern wird erwo­gen, Acht­gro­schen­jun­gen … Ver­zei­hung,jugend­li­che Test­käu­fer in ent­spre­chen­de Läden zu schi­cken, um Ver­käu­fer von Kil­ler­spie­len in die Pfan­ne zu hau­en. Ich neh­me ein­mal an, daß die­se “Test­käu­fer” mehr als acht Gro­schen Salär erhal­ten. Quel­le

Sechs­ter Fall: In Nie­der­sach­sen wur­den eben­fallsjugend­li­che Test­käu­ferlos­ge­schickt, um Ver­kaufs­stel­len auf Alko­hol­aus­ga­be an Jugend­li­che zu testen.
Ob sie den erwor­be­nen Alko­hol selbst tran­ken, oder aber an ihren Füh­rungs­of­fi­zier … Ver­zei­hung, Ord­nungs­amt-Mit­ar­bei­ter ablie­fern muß­ten, ist nicht bekannt.

Sieb­ter Fall: kommt sicher bald

Deutsch­land ent­wi­ckelt sich so, wie das die Staats­si­cher­heit 1989 per­fekt vor­be­rei­tet hat­te … plan­mä­ßig eben.

DDR 2.0. Venceremos!

Ach so, wie sag­te Hoff­mann von Fal­lers­le­ben? ”Der größ­te Lump im gan­zen Land, das ist und bleibt der Denun­zi­ant.

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