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Varus, Du edler Römer

schlacht im teuteburger waldJetzt ist es end­lich raus: Varus ist der eigent­li­che Sie­ger der Schlacht im Teu­te­bur­ger Wald.
Zumin­dest ist er der “Sie­ger der Her­zen” nach der Les­art eini­ger für das ZDF arbei­ten­den Gut­men­schen, das die­ser Tage eine zwei­tei­li­ge Doku­men­ta­ti­on  über die Schlacht im Teu­te­bur­ger Wald über den Sen­der schick­ten. Die die Spiel­sze­nen kom­men­tie­ren­den His­to­ri­ker wur­den nicht müde Voka­beln wie “Ver­rat”, “heim­tü­ckisch”, “undank­bar” usw. zu ver­wen­den. Dem Zuschau­er soll­te so auf pri­mi­tiv-sub­ti­le Art der Cha­rak­ter des undank­ba­ren Armi­nus (Her­mann der Che­rus­ker) nahe­ge­bracht wer­den.  Nur, weil Armin durch und durch ein ger­ma­ni­sches Cha­rak­ter­schwein war, haben die Römer die Schlacht ver­lo­ren. So war das nämlich!

Nun gut, da war da noch der ewi­ge Regen und der Nebel … Und die­se eisi­ge, sibi­ri­sche Käl­te erst!
An den Ger­ma­nen reg­ne­te es natür­lich vor­bei, Nebel durch­dran­gen sie mit boh­ren­den Bli­cken und da sie gegen Käl­te auch resis­tent waren, muß­te Varus ja unter­lie­gen. In Sta­lin­grad war es umgekehrt.
Was beson­ders per­fi­de war: Die fei­gen Ger­ma­nen kämpf­ten nicht in offe­ner Feld­schlacht, son­dern spran­gen plötz­lich im engen Tal aus Busch und Tann’ wie Räu­ber Hotzenplotz!

Wir wol­len mal nicht ver­ges­sen: Die­sem Rom, das zur Volks­be­lus­ti­gung Gla­dia­to­ren auf­ein­an­der hetz­te, das Aber­tau­sen­de Men­schen an Kreu­ze nagel­te, das in sei­nen Pro­vin­zen mit Grau­sam­keit und Här­te gan­ze Völ­ker ver­sklav­te, das bei “Feig­heit vor dem Feind” jeden zehn­ten Legio­när einer Kohor­te hin­rich­te­te (=dezi­mie­ren) – die­sem Rom wur­de beim Ver­such auch das rechts­rhei­ni­sche Ger­ma­ni­en zu erobern, dank Ami­ni­us sei­ne Gren­zen aufgezeigt.
Die Fran­ken waren es und die Sach­sen und die West­fa­len und ande­re Stäm­me waren es, die den Hun­nen, den Mon­go­len, den Tür­ken stand­hiel­ten, so daß die Ent­wick­lung Euro­pas so ver­lau­fen konn­te, wie sie ver­lau­fen ist.

Lie­be ZDF-Nie­der­ma­cher hören Sie bit­te zu: Sie müs­sen ja nicht im wil­hel­mi­ni­schen Pathos über die­se Schlacht berich­ten, aber Ihren Zuschau­ern unter­schwel­lig ein schlech­tes Gewis­sen ein­zu­re­den – was soll das?
Armin der Che­rus­ker hat sein Denk­mal ver­dient; im wört­li­chen wie im über­tra­ge­nen Sinne.

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